Du willst Influencer werden? So geht’s!

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Influencer ist der neue Traumberuf junger Menschen. Um die Welt jetten, sich in Szene setzen, schöne Fotos machen und damit Geld verdienen. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Oder? Wie es gelingt, ein erfolgreicher Influencer zu werden und wie das Business dahinter aussieht, verrät uns die erfolgreiche Influencerin Franziska Dully (@franziskaelea) im Interview.

Influencer werden wie Franziska Elea
Bekannt wurde Franziska Dully mit ihrem Instagram-Account @franziskaelea. Quelle: Franziska Dully

Im Jahr 2015 hat Franziska Dully begonnen, ihre Leidenschaft für Fashion und Beauty auf Instagram zu teilen. Aus dem einstigen Hobby wurde ihr Beruf: unter ihrem Künstlernamen @franziskaelea teilt die heute erfolgreiche Influencerin täglich persönliche Geschichten rund um Lifestyle, Travel, Beauty und Fashion. Über 200 Tausend Menschen folgen ihr. Damit spielt die Wahl-Kölnerin ganz oben mit in der Liga der Top-Influencer. Ab April 2021 gibt sie ihre Erfahrungen als Dozentin in der IST-Weiterbildung „Content Creator – Social Media“ weiter. Mit ihrem Wissen hilft sie angehenden Influencern eine professionelle Existenz als Content Creator aufzubauen.

IST: Franziska, du lebst als Content Creator erfolgreich den Traum vieler – insbesondere jüngerer – Menschen. Wann war für dich klar, dass du dein Hobby zum Beruf gemacht hast und Influencer geworden bist?

Franziska: Professionell ist man meiner Meinung in erster Linie dann, wenn man als Content Creator Geld verdient und seinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann. Ansonsten ist es sehr schwer zu sagen, denn es gibt ja keinen Cut, in dem man sagt, so ab jetzt bist du ein professioneller Influencer geworden. So wie bei mir anfangs, ist es auch bei den großen aktiven Influencern anfangs ein Hobby gewesen, dass sich zum Beruf entwickelt hat – Prominente oder Influencer, die durch andere Medien bekannt geworden sind, mal ausgenommen. Viele junge Menschen kreieren Posts und Storys aus ihrem Kinderzimmer heraus und machen ihre Sache wirklich gut – von dem Business dahinter haben sie jedoch keine Ahnung. Ist das dann schon professionell?!

IST: Was gibt es denn über das „Business dahinter“ zu wissen? Wie hältst du dich auf dem Laufenden?

Influencer werden_Franziska Dully am Telefon
Influencer zu werden bedeutet auch, sich mit Recht und Steuern auszukennen. Quelle: Franziska Dully

Franziska: Die professionellen Influencer werden im Hintergrund von einem Management betreut, das sich um alles – beispielsweise um den Bereich Recht und Steuern – kümmert. In der Regel haben das Influencer, die am Anfang stehen nicht. Da ich sechs Semester Jura studiert habe, weiß ich, worauf ich zu achten habe, wenn ich einen Vertrag bekomme und kann solche rechtlichen Angelegenheiten selbst bearbeiten. Da habe ich Glück, dass ich das Studium gemacht habe. Ansonsten muss man sich auch mit anderen Inhalten auskennen: was sollte beispielsweise ein Impressum beinhalten oder wie verhält es sich mit Schleichwerbung? Auch sollte man die steuerrechtlichen Basics kennen – das ist vor allem dann wichtig, wenn man Umsatzsteuer ausweist und kein Kleinunternehmer mehr ist.

IST: Die wenigsten, die Influencer werden möchten, wollen sicherlich vorab sechs Semester Jura studieren. Alternativ können angehende Influencer natürlich alles für sie Wissenswerte zum Thema Recht und Steuern durch unsere Weiterbildung in nur zwei Monaten erlernen. Ein ebenso wichtiger Bereich ist das Thema Content kreieren – für das wir dich gewinnen konnten.

Franziska: Ich finde es toll, dass das IST-Studieninstitut eine Weiterbildung für Leute, die Influencer werden möchten, anbietet. Das ist ein großer Schritt in unsere Richtung und zeigt, dass es kein vorübergehender Trend, sondern ein ernstzunehmender Beruf ist. Leider wird das aktuell von der Gesellschaft mehrheitlich noch nicht so gesehen. Dieses Thema auf die Art auf eine professionelle Ebene zu heben, ist klasse.

IST: Stichwort Professionalität: Es kursieren viele Tipps im Internet, um Influencer zu werden. Einer lautet „Finde deine Nische, damit deine Follower wissen, wofür du stehst und was sie zu erwarten haben.“ Wie hast du dein Thema gefunden?

Franziska: Das hat sich entwickelt. Wenn du den Inhalt deiner Beiträge eigentlich nicht magst, macht dich das auch nicht glücklich und das spüren die Leute. Es ist wichtig, dass du authentisch bleibst.

IST: Wie bleibt man als Content Creator authentisch?

Franziska: Man sollte das machen, was einem auch Spaß macht. Das ist ganz wichtig. Ich bin zum Beispiel absolut kein Sportmensch und könnte das auch nicht mit Begeisterung rüberbringen. Das würden meine Follower merken. Man sollte nur Produkte bewerben, hinter denen man auch steht. Auch wenn es am Anfang sicherlich noch schwerer fällt, Kooperationen abzulehnen, wenn man noch nicht so bekannt ist.

IST: Es heißt, Influencer werden für Unternehmen erst interessant, wenn ihr Kanal – neben einer hohen Followerzahl – eine hohe Interaktionsrate hat. Welche Tipps zur Steigerung der Interaktion hast du?

Franziska: Man muss sich um seine Follower kümmern und den Leuten das Gefühl geben, dass man erreichbar ist. Ich finde es zum Beispiel sehr wichtig auf Nachrichten und Kommentare zu antworten. Dafür nehme ich mir jeden Tag Zeit. Meistens funktioniert es nicht so gut, aber ich versuche es. Fragen zu stellen und persönliche Dinge zu erzählen, sind auch gute Mittel zur Interaktion. So kann man Emotionen in den Leuten wecken.

IST: Ein weiterer Tipp, um Influencer zu werden lautet „Finde deinen eigenen Stil“. Wie sollten angehende Content Creator am besten vorgehen?

Influencer werden_make your passion your paycheck
Du möchtest Influencer werden? Make your passion your paycheck! Quelle: Franziska Dully

Franziska: Um im Bereich Mode Influencer zu werden, habe ich mich viel mit Fashion auseinandergesetzt. Ich habe Modemagazine gekauft und Moodboards angelegt, um herauszufinden, was mir gefällt und was meine Farben sind. Ansonsten probiert man einfach aus und schaut, wie die Community darauf reagiert. Bei mir gibt es zum Beispiel bestimmte Farben, die kommen sehr gut an und andere Inhalte wiederum nicht. Das findet man nur durch Ausprobieren heraus. Doch ein hübsches Foto mit einer guten Kamera zu posten reicht heute nicht mehr. Dafür gibt es einfach zu viele Influencer, die gut aussehen und jeden Tag gute Fotos und Videos posten. Die Konkurrenz ist heute viel größer als damals.

IST: Welche Tipps kannst du geben, um sich von der Konkurrenz abzuheben und diesen Beruf langfristig aktiv und erfolgreich ausüben zu können?

Franziska: Neben professionellen Beiträgen und Videos muss man, um Influencer zu werden auch einen Mehrwert bieten und ein Thema finden, dass die Community umtreibt und das ist natürlich sehr individuell. Manche Influencer bekommen zum Beispiel super viel positive Resonanz, weil sie ihren Schwangerschaftsbauch direkt nach der Geburt gezeigt haben und sich so nahbar gemacht haben. Eine andere Möglichkeit ist es, politische Inhalte aufzugreifen und sich zu positionieren. Andere wiederum teilen viel aus ihrem Privatleben und sind dadurch unglaublich nahbar. So wie bei mir. Ich teile mittlerweile auch sehr viel Privates mit meinen Followern und setze mein Leben gewissermaßen in Szene, da ich gemerkt habe, dass es das ist, was die Leute interessiert. Generell merkt man, dass die Leute sich für den Menschen dahinter interessieren und nicht mehr ausschließlich für das Produkt.

IST: Stichwort Produkt: Worauf sollten Content Creator, die zum ersten Mal in eine Verhandlung mit potenziellen Kooperationspartnern gehen, achten?

Influencer werden durch Kooperationen
Wer Influencer werden möchte, braucht fachliches Know-how. Quelle: Pexels

Franziska: Das Mitbringen der eigenen Insights ist sicherlich etwas Grundlegendes. Das sind Übersichten über Reichweite, Impressions, Interaktionen oder Profilaufrufe deiner Storys und Beiträge. Dann geht es natürlich neben professionellem Auftreten auch darum, wie man mit dem Kunden kommuniziert. Sowohl persönlich als auch per Mail wird grundsätzlich geduzt. Wir sind freundlich und nutzen auch mal einen Smiley. Dennoch sollte man auch hier auf Professionalität achten und zum Beispiel eine E-Mail mit Signatur verwenden. Da man in unserer Branche oft auch unseriöse Anfragen erhält, würde ich empfehlen sich im Vorfeld über das Unternehmen zu informieren. Nicht zuletzt sollte man in letzter Instanz auf sein Bauchgefühl hören und immer schauen, ob das Unternehmen zu einem passt und die Werbung, die man macht, auf das eigene Image einzahlt und – wenn man das Ziel hat Influencer zu werden – die eigene Reichweite voraussichtlich erhöhen wird.

IST: Instagram ist DIE Plattform für Content Creator und diejenigen, die Influencer werden möchten: ist es für diese daher zwingend notwendig, sich darüber hinaus noch breiter aufzustellen und beispielsweise einen Account auf TikTok zu bespielen?

Franziska: Das ist wohl die Frage, die sich jeder Influencer stellt. Also mir wäre nicht wohl dabei, meine berufliche Existenz auf nur eine Plattform zu setzen. Ich bin beispielsweise nicht nur auf Instagram unterwegs, sondern auch auf YouTube aktiv. Eine Regel ist, dass man höchstens zwei Kanäle ordentlich führen kann. Also entweder YouTube und Instagram oder Instagram und TikTok oder Instagram in Kombination mit einem Blog – wobei diese aktuell nicht mehr so im Trend sind. Wenn Instagram jetzt den Algorithmus ändern würde, hat man immer ein gewisses Risiko, wenn man sich nur auf eine Plattform beschränkt.

IST: Welche Tipps und Tricks, kannst du darüber hinaus noch geben, um die richtigen Weichen zu stellen in Richtung Content Creator?

Franziska: Um Influencer zu werden, muss man bereit sein viel Zeit zu investieren. Der Beruf Influencer ist kein Nine-to -five-Job. Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Grundsätzlich ist man viel unterwegs und zu Gast auf Events oder Marketing-Veranstaltungen. Da man gewissermaßen in der Öffentlichkeit steht und viele Blicke auf einen gerichtet sind, ist ein gutes Selbstbewusstsein wichtig. Man bekommt in dem Beruf oft Gegenwind und darf sich von weniger netten Kommentaren nicht runterziehen lassen. Auch wird man anfangs sicherlich oft scheitern und belächelt werden. Man sollte bereit sein, erstmal nichts zurückzubekommen. Dennoch bin ich froh und dankbar, als Influencer mein Geld verdienen zu können. Die Abwechslung und die Freiheit, die man in diesem Beruf hat, hat man fast nirgendwo anders. Wenn ich jeden Tag ins Büro gehen müsste, würde es mir schnell langweilig werden. Ich kann beispielsweise auch mal für drei Monate nach Los Angeles ziehen und von dort arbeiten – das ist für mich das Tollste.

IST: Danke für das Interview, Franziska!

Influencer werden im Lifestyle-Bereich
Zum erfolgreichen Influencer werden mit der IST-Weiterbildung „Content Creator – Social Media“.

Du möchtest auch Influencer werden und erfolgreich durchstarten? In unserer 2-monatigen IST-Weiterbildung „Content Creator – Social Media“ lernst du, wie du kreative Content-Strategien erarbeitest, Produkte oder Marken gewinnbringend positionierst und dein Engagement erhöhst. Darüber hinaus vermitteln dir Branchenexperten wie Franziska Dully wichtiges Fachwissen, um langfristige Kooperationen herzustellen und mit wirtschaftlichem Know-how maximale Verkaufsergebnisse zu erzielen.

Die Weiterbildung startet monatlich ab April 2021. Weitere Informationen gibt es hier.

Lisa Joosten hat an der Universität zu Köln Medienkulturwissenschaften und Medienmanagement studiert. Schon während ihres Studiums sammelte sie Erfahrungen in Agenturen, wo sie den Bereich Öffentlichkeitsarbeit kennen- und schätzen lernte. Nach ihrem Master-Abschluss (M.A.) arbeitete sie an einer öffentlichen Einrichtung im Bereich Kommunikation und Events. Am IST ist sie sowohl für die Interessierten- und Studierendenberatung als auch für die Konzeption neuer Lehrgänge zuständig.

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