Künstliche Intelligenz: Freund oder Feind?

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Freund? Helfer? Oder High-Tech-Bedrohung? Diese Frage stellt sich häufig im Zusammenhang mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Aber: Was ist überhaupt „Künstliche Intelligenz“? Laut Gablers Wirtschaftslexikon ist „Künstliche Intelligenz“ die „Erforschung intelligenten Problemlösungsverhaltens sowie die Erstellung intelligenter Computersysteme. Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigt sich mit Methoden, die es einem Computer ermöglichen, solche Aufgaben zu lösen, die, wenn sie vom Menschen gelöst werden, Intelligenz erfordern.“

Künstliche Intelligenz, VR
Künstliche Intelligenz – Freund oder Feind?

Forscher arbeiten seit Jahren daran, die komplexe Arbeitsweise des menschlichen Gehirns im Computer anzuwenden. Fun Fact: Das erste Mal wurde der Begriff „Künstliche Intelligenz“ bereits 1956 von dem amerikanischen Informatiker John McCarthy verwendet. Dieser nutzte ihn damals für eine Veranstaltung im Dartmonth College (USA), bei der Programme vorgestellt wurden, die Schach und Dame spielen und sogar Texte interpretieren konnten. Dass eine „Maschine“ diese Fähigkeit besitzt, sorgte damals für eine Menge Aufsehen, ist heute jedoch ein alter Hut.

Inzwischen hat die KI nämlich einiges dazu gelernt und kann enorme Datenmengen (Big Data) verarbeiten. Mittlerweile werden neuronale Netzwerke genutzt und mithilfe von Machine Learning Systeme entwickelt, die eigenständig lernen können (Deep Learning Technologie).

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Microsoft schickte mit „Xiaoice“ 2013 eine Künstliche Intelligenz auf den chinesischen Markt, die sich in kürzester Zeit hoher Beliebtheit erfreute. Xiaoice hat bereits Gedichtsbücher geschrieben, Musik gemacht, Hörbücher mit verschiedenen Stimmen aufgenommen, Interviews geführt und sogar gemalt. 2015 moderierte sie das Wetter in einer Nachrichtenshow. Auch auf sozialen Plattformen ist der „Chatbot“ sehr aktiv. Angeblich merkten viele Nutzer anfangs dabei gar nicht, dass sie sich nicht mit einem Menschen unterhielten. Das ist offenbar kein Einzelfall, denn 2018 stellte Google eine neue Technologie vor: Google Duplex. Diese Google-KI ist in der Lage, eigenständig Termine auszumachen. Dies führte der Chef des Tech-Unternehmens auch live auf der Bühne vor und ließ seine KI einen Friseur-Termin und eine Restaurant-Reservierung machen. Auch hier merkten die Gesprächspartner nicht, dass es sich bei ihrem Gegenüber nicht um einen Menschen handelte. Erschreckend. Und schwer vorzustellen, wenn man daran denkt, wie mühsam Gespräche mit Alexa, Siri und Co. (Google Assistant eingeschlossen) sein können. Und obwohl sich die Künstliche Intelligenz in Form ebendieser Sprachassistenten längst ihren Weg ins heimische Wohnzimmer und in den Alltag vieler Techniknutzer gebahnt hat, wird sie von einer Vielzahl der Menschen immer noch mit großer Skepsis betrachtet. Nicht zuletzt auf Grund der Risiken, die sie mit sich bringt.

KI und Digitalisierung – Chance oder Risiko?

Bis 2035 werden ca. 1,5 Millionen Jobs durch die Digitalisierung wegfallen, so die Berechnung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Zwar sollen in Zukunft genauso viele neue Berufe hinzukommen – vermutlich aber nicht für dieselben Menschen. Aber nicht nur drohende Arbeitslosigkeit lässt die KI teilweise bedrohlich wirken, auch die Spekulationen über eine Gefährdung unserer Privatsphäre haben einen faden Beigeschmack. Hören Alexa und Co. alles mit, was wir sagen? Und was passiert mit diesen Informationen?

Eins ist klar: Mein Handy kennt mich gut. Sehr gut. Eigentlich viel zu gut. Google weiß genau, wann ich wo war, für was ich mich interessiere, was ich mag und sogar was mir gefallen könnte. Der Vorteil dieser Algorithmen sollte eigentlich sein, dass ich, der Kunde, nur Werbung für Dinge sehe, die ich tatsächlich kaufen könnte. Und Unternehmen wollen damit ihren Umsatz steigern, denn interessierte Kunden sind natürlich auch potenzielle Käufer. Leider gefällt das nicht allen Internetnutzern. Auch beim Thema Nachrichten arbeiten die Algorithmen bei weitem nicht ideal. Auf den Medientagen München waren sich die Speaker einig: Die KI darf nicht nur die Nachrichten zeigen, die jemand sehen will, sondern auch die, die jemand sehen muss. Somit kommt der KI eine gesellschaftliche Verantwortung zu: die schwierige Aufgabe zu entscheiden, welche Nachrichten wirklich wichtig sind.

Trotz einiger Nachteile sehen die meisten Deutschen die Künstliche Intelligenz positiv. Zumindest der Umfrage des Vereins Bitkom aus dem Jahr 2018, in der 62% der Befragten sagten, dass sie eher Chancen als Risiken sehen. Grund dafür: Die KI ist bereits Teil unseres Alltags und erweist sich dort als sehr nützlich. Tatsächlich wird KI zukünftig in einer „Helfer“-Rolle gesehen, wie etwa als Unterstützung für ältere Menschen, Ärzte, Behörden und auch die Polizei. Der Wissenschaftsjournalist und Physiker Ranga Yogeshwar sieht große Chancen in der Verwendung von neuen Technologien. In der Welt gebe es viel Verbesserungspotential, etwa bei Krankheiten oder dem gesellschaftlichen und sozialen Ungleichgewicht. Bei der Betreuung von Kleinkindern sieht die Sache aber anders aus. 90% der Befragten sind hier gegen die vollkommene Automatisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Auch als Lehrer in Schulen soll die KI laut 61% der Befragten nicht tätig werden. Und 63% finden, dass sie nicht als Ansprechpartner für einsame Menschen dienen solle.

Hello my name is Roboy

Dem hätte ich zugestimmt, hätte ich nicht auf den Medientagen in München Roboy 2.0 kennen gelernt. Mit dem Projekt „Roboy & Lucy“ versucht das Team um Rafael Hostettler, die Welt mit der Hilfe eines Roboters besser zu machen, Erwachsene und vor allem Kinder zu inspirieren, die Möglichkeiten der Digitalisierung verantwortungsvoll und sinnvoll zu nutzen. Roboy 2.0 kann bereits sprechen und Augen und Mund bewegen, ja sogar zwinkern. Neben dem Dreiradfahren soll er in diesem Jahr noch einiges lernen, zum Beispiel Eis zu verkaufen und zu kochen. Vor allem aber soll er helfen – zum Beispiel dabei, dass Kinder mit Down-Syndrom Sprachbarrieren überwinden und dass Autisten Emotionen erkennen und verstehen können. Im beigefügten Video erzählt Rafael Hostettler mehr zum Thema Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz.

Fazit

Künstliche Intelligenz bringt enorme wirtschaftliche, soziale und ökologische Potentiale mit sich, fordert aber auch gesellschaftliche Verantwortung und ein hohes Maß an Vertrauen.

Auch unser Bachelor-Studiengang „Business Administration“ hält im Modul „Advanced Online-Marketing“ alles zu den Themen Digitalisierung, Big Data Analytics, Sicherheit im Netz, Augmented Reality und Gamification bereit. Das Modul „Digitalisierungsmanagement“ beinhaltet außerdem Themen wie „Konzepte der digitalen Transformation“ und „Blockchain“. Wer sich für die Trends der Medienbranche interessiert, für den ist unserer Bachelor-Studiengang „Kommunikation & Medienmanagement“ genau das Richtige.

Weitere Informationen zu unseren Bildungsangeboten gibt es unter www.ist-hochschule.de. Das Buch zum Thema „Nächste Ausfahrt Zukunft“ von Ranga Yogeshwar gibt es hier.

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Ann-Kathrin Kapteinat fand bereits 2016, damals noch als Jura-Studentin, ihre Leidenschaft für die Medienbranche. Während ihrer Tätigkeit als Werkstudentin im SEA-Bereich. Seit 2017 ist sie Studentin im Bachelor-Studiengang Kommunikation & Medienmanagement an der IST-Hochschule für Management. Um auch weiterhin neben dem Studium Praxiserfahrungen zu sammeln, arbeitet sie aktuell in einer Performance Marketing Agentur in München.

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