Studierende unter Beobachtung: ein Assessment-Tag in der Hochschule

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Das Schild am Schulungsraum 3 weist in großen roten Lettern schon darauf hin, dass heute hier etwas Besonderes und kein Seminar stattfinden wird: „Assessment Center: bitte nicht stören!“ steht auf dem DIN A4-Blatt an der Tür. Und während im Inneren des Raums der Leiter des IST-Mentoringprogramms, Prof. Dr. Thomas Merz, inmitten der Beobachtergruppe scherzt, sitzen die sechs Studierenden, die gleich eine Präsentations- und Gruppenübung unter Beobachtung absolvieren dürfen, etwas schüchtern und sichtlich aufgeregt auf der anderen Seite des Raumes.

„Seien Sie bitte Sie selbst“, gibt Prof. Merz den Kandidat:innen das Credo des Tages mit an die Hand. Nach kurzer Vorstellungsrunde und Erklärung des anstehenden Verfahrens, gehen dann die Studierenden in unterschiedliche Räume, um sich individuell auf ihre jeweiligen Assessment-Aufgaben vorzubereiten.

Das Assessment Center als Türöffner für das Hochschulmentoring

Einmal im Jahr haben die Studierenden der IST-Hochschule für Management Gelegenheit, sich für das hochschuleigene Mentoringprogramm zu bewerben. Bei diesem werden die Teilnehmenden mit einer Top-Führungskraft aus der Wirtschaft in einem Tandem gekoppelt und können so besonders wertvolle Einblicke in die Businesswelt erhalten. Als Vorbereitung auf die besondere Rolle von Führungskräften müssen Studierende sich vor Aufnahme in das Programm in einem mehrstufigen Auswahlprozess behaupten, dessen Highlight ein Assessment Center darstellt. Dieses wird vom IST-Partner Kienbaum Consultants International durchgeführt.

Das Assessment Center erfüllt dabei zwei Anforderungen. Erstens soll geprüft werden, ob die Bewerber:innen eine grundsätzliche Eignung für das Programm mitbringen, zum anderen soll auch den Studierenden die Gelegenheit gegeben werden, zu erfahren, wie sich solch ein Assessment Center für Führungskräfte prinzipiell anfühlt. Die Erfahrung, solch ein Screening-Verfahren zu durchlaufen, ist dahingehend sehr wertvoll, dass man sich beispielsweise an die Situation gewöhnt, sich vor mehreren Beobachter:innen ansprechend und zielgerichtet zu präsentieren.

Ein valides, wertschätzendes und professionelles Verfahren

Dank der Unterstützung von Kienbaum Consultants International werden die Bewerber:innen in ein professionelles, leitfadengestütztes Verfahren gegeben, bei dem die Kandidat:innen von Berater:innen des Unternehmens unter Zuhilfenahme von einer Gruppe von Beobachter:innen wertschätzend beurteilt werden. Daraus ergibt sich dann ein Stärken-Entwicklungsfelder-Profil dieser Momentaufnahme, das die Studierenden im Nachgang des Assessment Centers für ihre weitere Selbstreflexion zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Unterstützung von Kienbaum Consultants International besteht bereits seit Start des IST-Mentoringprogramms vor sechs Jahren. Die Partnerschaft reiht sich ein in die weiteren Kooperationen des Programms zur Wirtschaftsförderung des Kreises Viersen und dem DFK — Verband für Fach- und Führungskräfte. Alle Partner sorgen in engem Schulterschluss dafür, dass das Mentoringnetzwerk konstant wachsen kann.

Das erste Gespräch

Im „Assessment-Raum 1“ bereitet sich derweil eine Kandidatin auf die Präsentation ihrer ersten Aufgabe vor. Ihr gegenüber sitzen eine Kienbaum-Beraterin sowie zwei Beobachter:innen. Auch wenn die visuelle Zusammensetzung ein wenig an ein Tribunal erinnern sollte, schafft die Beraterin gleich in der Anmoderation zur Übung eine familiäre Atmosphäre: „Es gibt keinen Grund, aufgeregt zu sein, denn wir freuen uns, Sie kennenzulernen!“

Nach einer Stunde blicken alle in die erleichterten Augen der Bewerberin, die sich sehr gut geschlagen hat. In der anschließenden Beobachter-Konferenz wird das Gesehene anhand einer Bewertungsskala eingeordnet. Dabei wird kollektiv festgehalten, dass die Bewerberin sich nicht nur gut und selbstbewusst präsentiert habe, sondern auch besonders gelobt wird, dass die Teilnehmende ganz authentisch „sie selbst war“.

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