

Hinter den Kulissen - ein Tag auf dem Rage Against Racism 2026
Lana Jahn - 24.06.2026
Vergangenes Wochenende hatten sechs Studierende die Möglichkeit exklusive Einblicke in die Organisation und Durchführung eines beliebten lokalen Metal-Festivals in Duisburg zu bekommen. Zusammen mit Festivalprofessor Matthias Johannes Bauer ging es für die Studierenden aus dem Bachelor Kommunikation & Eventmanagement und dem Master Kommunikationsmanagement auf den Experience Day bei Tag eins des Rage Against Racism Festivals.
Am frühen Nachmittag traf man sich vor den Toren des Festivalgeländes an der Friemersheimer Mühle in Duisburg-Friemersheim. Hier wird seit 2003 jährlich das Umsonst- und Draußen Festival Rage Against Racism veranstaltet. Eingeladen hatten Tom Naber und Matthias Johannes Bauer - Dozenten in den Master-Modulen zum Kommunikationsmanagement. Die beiden forschen bereits seit Jahren zusammen zum Thema Festivalmanagement. Gemeinsam mit Matthias Johannes Bauer ging es für die Studierenden zunächst in den Backstage-Bereich in und um die Mühle, sowie hinter die Bühne. Zwischen Equipment und fleißigen Helfern, bekam die Gruppe direkt einen Einblick in die hektische und aufwendige Vorbereitung eines Festivals. Weiter ging es mit einer ausführlichen Tour über das Festivalgelände und einer Fragerunde, bevor der Experience Day offiziell beendet war und die Studierenden flexibel das Festival genießen konnten.

Gegen Hass, Diskriminierung und Rassismus
Von Anfang an gibt es ein klares Motto: gegen Hass, gegen Diskriminierung und gegen Rassismus. Ein Motto, welches sich still durch die Besucher trägt. Keine offizielle Rede, keine Parolen - einfach ein Zusammenkommen von Gleichgesinnten. Passend dazu spielten Bands, die das Motto teilen. Neben Changing Tides aus der Niederlande, Crypta aus Brasilien, Crazy Lixx aus Schweden und ChuggaBoom aus England stand zu guter letzt Eisenpimmel aus Duisburg auf der Bühne. Eine mega Show, mega Musik, mega Leute und mega Stimmung.

Kostenlos trotz hoher Kosten
Das Rage Against Racism ist für Besucher kostenlos und finanziert sich hauptsächlich über Spenden im Rahmen eines Pay-what-you-want-Modells und Crowdfunding, sowie über Einnahmen die an den beiden Festivaltagen vor allem durch Speisen und Getränke generiert werden. Trotz kostenlosen Eintritts und niedrigen Verkaufspreisen muss das Festival Jahr für Jahr die hohen Kosten decken. Und dies ist nicht gerade einfach. Im Gespräch zwischen Festivalsdirektor Levent Tomicki und der WAZ macht Tomicki bekannt, dass das Festival im Schnitt 100.000 Euro Kosten pro Jahr decken muss. Diese fallen vor allem in Gage für die Bands und in Sicherheitskonzepten an (WAZ, 2026).

„Eine Familie“
Auch die Studierenden hatten die Möglichkeit Levent Tomicki zuzuhören und ihm Fragen zu stellen. Er erzählte, wie er vor mehr als zwei Jahrzehnten von Jugendlichen angesprochen wurde, die ihrer politischen Wut einen Raum geben wollten. So entstand das gemeinnützige Festival. Erreichen wollte man vor allem junge Gleichgesinnte, um gemeinsam zu feiern und kulturelle Teilhabe zu fördern. Mittlerweile ist das Festival längst gewachsen, mit an die 6.000 Besucher an zwei Tagen. Gestemmt wird das ganze von ca 10-12 Personen im Kern-Team die year-round am Rage Against Racism arbeiten und von etwa 100 helfenden Händen, die von Mittwoch bis Montag beim Auf- und Abbau und der Durchführung unterstützen. Tomicki erzählte, wie jeder einzelne im Team wie ein Familienmitglied behandelt wird, selbst die Bandmitglieder. Da kommt es schonmal vor, dass eine Band aus Brasilien ihr Equipment zu Tomicki nach Hause schickt, um es in seiner Garage zwischenzulagern. Man merkte schnell, dass es sich nicht nur um leere Worte handelte, denn jeder Helfer war unglaublich freundlich und zuvorkommend und hat stets für gute Stimmung gesorgt.
Eine Erfahrung für die ganze Familie
Neben Metal-Fans von jung bis alt, waren auch viele Familien vor Ort. Das Rage Against Racism ist ein Ort, an dem alle zusammenkommen können, ohne Ausgrenzung oder Ablehnung. Eine klare Empfehlung für 2027!




