

Studium während Elternzeit: So gelingt Dir die Vereinbarkeit zwischen Kind und Weiterbildung
Eva Louis - 05.05.2026
Ein Baby verändert alles: den Alltag, die Prioritäten und oft auch die beruflichen Pläne. Gleichzeitig entsteht für viele Eltern ein neuer Gedanke: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich weiterzubilden? Ein Studium während der Elternzeit wirkt im ersten Moment vielleicht ambitioniert, manchmal sogar unrealistisch. Und doch entscheiden sich immer mehr Eltern genau dafür. Warum? Weil diese besondere Lebensphase trotz aller Herausforderungen auch Raum für persönliche Entwicklung bietet.
Darf man während der Elternzeit studieren?
Die kurze Antwort lautet: Ja, Du darfst.
Wichtig ist jedoch, einige rechtliche Rahmenbedingungen im Blick zu behalten: Ein Studium während der Elternzeit ist grundsätzlich erlaubt und rechtlich unproblematisch. Elternzeit bedeutet, dass Du von Deiner beruflichen Tätigkeit freigestellt bist, um Dich um Dein Kind zu kümmern. Da ein Studium nicht als klassische Erwerbstätigkeit gilt, steht es dieser Regelung nicht im Weg.
Eine Genehmigung durch Deinen Arbeitgeber ist nicht erforderlich. Dennoch kann es sinnvoll sein, offen über Deine Pläne zu sprechen. Vor allem, wenn Du zusätzlich in Teilzeit arbeiten möchtest.
Zudem hast Du in Deutschland gesetzlichen Anspruch auf bis zu drei Jahre Elternzeit pro Kind, die Du flexibel aufteilen kannst. Das gibt Dir zusätzlichen Spielraum, Dein Studium an Deine familiäre Situation anzupassen.
Auch während der Mutterschutzfrist ist ein Studium grundsätzlich möglich. Das Mutterschutzgesetz schützt Dich vor beruflichen Verpflichtungen, erlaubt aber weiterhin freiwilliges Lernen. Die Mutterschutzfrist beginnt in der Regel sechs Wochen vor der Geburt und endet zwei Monate danach. In dieser Dauer erhältst Du Mutterschaftsgeld zur finanziellen Absicherung.
Eine feste Stundenanzahl für ein Studium während der Elternzeit gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Betreuung Deines Kindes im Mittelpunkt steht und Du Dein Studium flexibel daran anpasst.
Warum ein Studium in der Elternzeit sinnvoll sein kann
Während der Elternzeit zu studieren kann eine wertvolle Chance sein, die eigene berufliche Zukunft neu zu denken. Viele Eltern erleben die ersten Lebensjahre des Kindes als eine Zeit der Neuorientierung. Plötzlich stellen sich Fragen wie: Möchte ich in meinen alten Job zurück? Oder ist jetzt der richtige Moment für einen Richtungswechsel?

Ein Studium an einer Hochschule oder Universität kann genau hier ansetzen. Es ermöglicht Dir, Dich fachlich weiterzuentwickeln, neue Interessen zu vertiefen oder ganz neue berufliche Perspektiven zu erschließen. Gleichzeitig bleibst Du geistig gefordert und behältst den Anschluss an Deinen beruflichen Werdegang.
Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Effekt: Zwischen Windeln, Schlafrhythmen und Alltagsorganisation kann ein Studium ein Stück Selbstverwirklichung bedeuten. Und zwar etwas, das nur Dir gehört.
Studieren während Elternzeit: Wie lässt sich das organisieren?
Die größte Herausforderung für Studierende mit Kind ist ohne Frage das Zeitmanagement. Der Alltag als Mutter oder Vater ist selten planbar, Routinen entstehen oft erst nach und nach. Genau deshalb ist es wichtig, realistisch zu bleiben und flexibel zu planen.
Viele Eltern entscheiden sich bewusst für ein Studium in Teilzeit. So lässt sich der Lernaufwand besser in den Alltag integrieren. Es hilft, feste Zeitfenster zu schaffen, zum Beispiel während der Schlafenszeiten oder wenn eine Betreuung durch Partner:in, Familie oder ein Netzwerk möglich ist.
Gerade für Alleinerziehende ist ein gutes Unterstützungsnetz besonders wichtig. Neben familiärer Hilfe können auch staatliche Angebote wie Kinderbetreuung, finanzielle Zuschüsse oder spezielle Beratungsstellen eine große Entlastung sein.
Gleichzeitig gilt: Perfektion ist hier fehl am Platz. Ein gutes Zeitmanagement bedeutet vor allem, Prioritäten zu setzen und sich selbst nicht zu überfordern.
Fernstudium oder Präsenzstudium – was passt besser?
Wenn Du ein Studium während der Elternzeit planst, steht früher oder später die zentrale Frage im Raum: Welches Studienmodell passt überhaupt zu meinem Alltag mit Kind?
Ein klassisches Präsenzstudium bringt feste Vorlesungszeiten, Anwesenheitspflichten und oft wenig Spielraum mit sich. Gerade mit einem Baby oder Kleinkind kann das schnell zur Herausforderung werden. Insbesondere dann, wenn Betreuung nicht durchgehend gesichert ist.
Ein Fernstudium bietet hier deutlich mehr Freiheit. Du bist nicht an einen festen Ort gebunden und kannst viele Inhalte dann bearbeiten, wenn es für Dich passt. Das macht das Studieren während der Elternzeit für viele Eltern überhaupt erst realistisch umsetzbar.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Präsenzstudium an einer Universität oder Hochschule grundsätzlich ausgeschlossen ist. Mit einer stabilen Betreuungssituation kann auch dieser Weg funktionieren. Dennoch entscheiden sich viele bewusst für ein flexibleres Modell, das sich besser an die Anforderungen des Familienalltags anpasst.
Flexibilität im Studium: Warum sie für Eltern entscheidend ist
Genau hier setzen moderne Studienangebote wie die der IST-Hochschule an. Ob Bachelor oder Master: Maximale Flexibilität ermöglicht Dir hier, Dein Studium individuell zu gestalten. Für jedes Semester erhältst Du klar aufgebaute Studienmaterialien, die Dir Orientierung geben, während Du Deinen Lernrhythmus selbst bestimmst. Über den Online-Campus hast Du jederzeit Zugriff auf Vorlesungen, Übungen sowie Austauschmöglichkeiten mit Dozent:innen und anderen Studierenden.
Auch organisatorisch bleibst Du flexibel: Du kannst zwischen Vollzeit, Teilzeit oder dualem Studium wählen und diese Modelle bei Bedarf im Verlauf anpassen. Wenn sich Deine Lebenssituation verändert oder es zeitlich eng wird, hast Du die Möglichkeit, ein oder mehrere Urlaubssemester zu beantragen oder Deinen Studienverlauf individuell anzupassen. Der entsprechende Antrag einer Beurlaubung lässt sich unkompliziert stellen – selbstverständlich unter Wahrung Deiner persönlichen Situation.
Gerade für Schwangere oder frischgebackene Eltern ist diese Flexibilität ein entscheidender Vorteil. Besonders während des Mutterschutzes, in den ersten Monaten mit Kind oder beim Wiedereinstieg, brauchst Du als Elternteil vor allem verlässliche und anpassbare Strukturen.
Ergänzend dazu gibt es umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote, die Dich in schwierigen Situationen begleiten und Dir unter anderem helfen, Studium und Familie miteinander zu vereinbaren.
Finanzielle Aspekte: Elterngeld, BAföG und Co.
Ein Studium während der Elternzeit bringt nicht nur organisatorische, sondern auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Die Studiengebühren zu stemmen, stellt für viele eine weitere Herausforderung dar. Damit die Studienzeit realistisch planbar bleibt und sich gut finanzieren lässt, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche staatliche Unterstützungen und Kombinationsmöglichkeiten.
Elterngeld als wichtige Grundlage
Grundsätzlich hast Du auch als Studierende:r Anspruch auf Elterngeld. Besonders das Basiselterngeld unterstützt Dich in den ersten Lebensmonaten Deines Kindes, indem es einen Teil Deines vorherigen Einkommens ersetzt.
BAföG und Kombination mit anderen Leistungen
Auch BAföG zu beziehen, kann während des Studiums eine nützliche Entscheidung sein. Unter bestimmten Voraussetzungen ist sogar eine Kombination mit Elterngeld möglich. Dabei wird das Elterngeld in der Regel nicht vollständig angerechnet, da es als zweckgebundene Leistung gilt. Dadurch können sich beide Förderungen sinnvoll ergänzen.
Weitere staatliche Unterstützungsmöglichkeiten
Neben diesen beiden zentralen Leistungen gibt es weitere Hilfen, die je nach individueller Situation infrage kommen können. Zum Beispiel:
Kinderzuschlag für Familien mit geringem Einkommen
Wohngeld zur Unterstützung bei den Wohnkosten
zusätzliche Förderungen oder Entlastungen für Studierende mit Kind
steuerliche Vorteile, insbesondere für Alleinerziehende
Gerade diese ergänzenden Leistungen können im Alltag einen spürbaren Unterschied machen und sollten frühzeitig geprüft und beantragt werden.
Kindergeld als kontinuierliche Unterstützung
Das Kindergeld wird unabhängig davon gezahlt, ob Du arbeitest oder studierst. Wenn Du ein Kind hast, steht Dir das Kindergeld grundsätzlich zu und kann Dir dabei helfen, laufende Kosten im Alltag und während des Studiums über einen längeren Zeitraum besser zu decken.

Beratung und individuelle Planung
Da die Kombination verschiedener Leistungen schnell unübersichtlich werden kann, lohnt sich eine individuelle Beratung bei den zuständigen Anlaufstellen. So kannst Du sicherstellen, dass Du alle Möglichkeiten ausschöpfst und eine Finanzierung findest, die zu Deiner persönlichen Situation als Mutter oder Vater passt.
Wie viele Stunden sollte man für ein Studium einplanen?
Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht. Der Zeitaufwand hängt stark vom Studiengang, dem Modell und Deinen eigenen Ansprüchen ab. Während ein Vollzeitstudium schnell 30 bis 40 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen kann, liegt ein Teilzeitstudium oft deutlich darunter.
Für Dein Studium während der Elternzeit ist es sinnvoll, klein anzufangen. Viele Eltern starten mit wenigen Modulen und steigern sich, sobald sich der Alltag eingespielt hat. Wichtig ist vor allem, realistisch zu bleiben und genügend Raum für Erholung einzuplanen.
Fazit: Studium während der Elternzeit als Chance
Ein Studium während der Elternzeit ist kein Selbstläufer, aber definitiv machbar. Mit der richtigen Planung und realistischen Erwartungen kann diese Zeit nicht nur der Familie, sondern auch Deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung zugutekommen.
Flexible Studienmodelle, wie sie etwa an der IST-Hochschule angeboten werden, machen es heute einfacher denn je, Familie und Weiterbildung miteinander zu verbinden. Vielleicht ist genau jetzt der Moment, um alte Träume wieder aufzugreifen oder sich ganz bewusst weiterzuentwickeln. Denn auch wenn sich vieles verändert: Deine Ziele dürfen bleiben und wachsen.




