13.07.2026


IST-Studie zeigt wirtschaftliche Effekte des Traumzeit Festivals
Eine aktuelle Untersuchung der IST-Hochschule für Management zeigt: Das Traumzeit Festival in Duisburg erzeugt messbare wirtschaftliche Effekte für die Stadt und die Region.
Das Traumzeit Festival gehört seit vielen Jahren zum Duisburger Kulturkalender. Es wurde 1997 gegründet und findet jährlich im Landschaftspark Duisburg-Nord statt. Die dreitägige Veranstaltung verzeichnet rund 10.000 Festivalbesuche und verbindet ein vielfältiges Musikprogramm mit der besonderen Kulisse des ehemaligen Hüttenwerks.
Welche wirtschaftliche Bedeutung die Veranstaltung über das Festivalgelände hinaus hat, wurde nun im Rahmen einer Masterarbeit im Studiengang „Kommunikationsmanagement“ an der IST-Hochschule für Management untersucht.
Im Mittelpunkt der Analyse stand die sogenannte Umwegrentabilität des Festivals. Dabei wurde ermittelt, welche regionalwirtschaftlichen Effekte durch die öffentliche Förderung, die Ausgaben auswärtiger Gäste und die lokalen Ausgaben des Veranstalters entstehen. Grundlage waren eine Befragung von rund 300 Festivalbesucher:innen sowie Daten zu Ticketverkäufen, öffentlicher Förderung und der Verwendung finanzieller Mittel in der Region.
Regionalwirtschaftlicher Gesamteffekt von rund 840.000 Euro
Nach den Ergebnissen der Studie gaben auswärtige Gäste im Zusammenhang mit ihrem Festivalbesuch rund 222.000 Euro in Duisburg und der Region aus. Hinzu kamen lokale Veranstalterausgaben in Höhe von rund 338.000 Euro.
Bei einer öffentlichen Förderung von 310.000 Euro ergibt sich daraus eine direkte Umwegrentabilität mit dem Faktor 1,81. Werden zusätzlich indirekte und induzierte Effekte berücksichtigt, liegt der rechnerische regionalwirtschaftliche Gesamteffekt bei rund 840.000 Euro. Damit entstehen laut Untersuchung pro eingesetztem Euro öffentlicher Förderung wirtschaftliche Effekte von 2,71 Euro.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Kulturförderung nicht nur kulturelle Teilhabe, künstlerische Vielfalt und Standortprofil ermöglicht, sondern auch konkrete wirtschaftliche Impulse setzen kann“, sagt Frank Jebavy, Leiter des Landschaftspark-Duisburg Nord. „Das Traumzeit Festival ist seit vielen Jahren eng mit Duisburg und dem Landschaftspark verbunden. Die Untersuchung macht nun sichtbar, dass davon auch Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleister und weitere lokale Akteure profitieren.“
Angewandte Forschung im Masterstudium
Durchgeführt wurde die Untersuchung von IST-Absolventin Kiara Koch im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im Masterstudiengang Kommunikationsmanagement. Betreut wurde sie von Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer, Professor für Kommunikationsmanagement an der IST-Hochschule.
„Mich hat besonders interessiert, wie sich die wirtschaftlichen Effekte eines etablierten Kulturfestivals empirisch erfassen lassen“, erklärt Kiara Koch. „Die Untersuchung zeigt, dass das Traumzeit Festival nicht isoliert als Kulturereignis betrachtet werden sollte, sondern als Veranstaltung, die zusätzliche Nachfrage in die Stadt bringt und damit über das Festivalgelände hinaus Wirkung entfaltet.“
Für Prof. Dr. Matthias Johannes Bauer, der in seiner Forschung und Lehre seit Jahren auf Festivalmanagement spezialisiert ist, ist die Studie zugleich ein Beispiel für die wachsende Bedeutung empirischer Grundlagen in der Festivalbranche. „In der öffentlichen Debatte über Kulturförderung wird häufig mit grundsätzlichen Positionen argumentiert. Gerade deshalb brauchen wir mehr belastbare Daten und evidenzbasierte Entscheidungen“, sagt er. „Die Studie zum Traumzeit Festival zeigt exemplarisch, wie angewandte Hochschulforschung dazu beitragen kann, die ökonomischen, kulturellen und stadtgesellschaftlichen Effekte von Festivals differenzierter zu verstehen.“
Studierende des Masterstudiengangs „Kommunikationsmanagement“ können mit dem Studienschwerpunkt „Event- und Festivalmanagement“ ihre Kenntnisse in der Konzeption, Organisation, Kommunikation und strategischen Weiterentwicklung von Veranstaltungen gezielt vertiefen.
Foto: Thomas Berns

