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07.08.2017

Dominik Wohlert ist IST-Student und Spielanalyst der Lizenzabteilung von Hertha BSC.

„Ich möchte noch einiges erreichen“

Dominik Wohlert absolviert den Bachelor-Studiengang „Sportbusiness Management“, ist Spielanalyst bei Hertha BSC und außerdem der Sohn und Kollege von Ex-Fußballprofi Torsten Wohlert. Drei spannende Herausforderungen auf einmal. Wie er das alles managt, verrät er uns im Interview.

Dominik kommt aus einer sportbegeisterten Familie. Allerdings war früh klar, dass er nicht – wie sein Vater – den Weg ins Profigeschäft gehen würde. Er nutzte die Chance, die er nach dem Abitur von Hertha BSC bekam und stieg in die Scouting-Abteilung ein. Dabei wollte er es aber nicht belassen und entschied sich für ein berufsbegleitendes Studium an der IST-Hochschule – dem Kooperationspartner von Hertha. Aktuell ist er im letzten Semester des Studiengangs „Sportsbusiness Management“, den er ambitioniert in der sechs-Semester-Variante absolviert. Außerdem ist Dominik mittlerweile Spielanalyst der Lizenzabteilung.

IST: Sie arbeiten bei Hertha BSC als Videoanalyst. In dieser Rolle sind Sie ganz nah an der ersten Mannschaft und am Cheftrainer, sind in der Halbzeitpause sogar mit in der Kabine. Das klingt nach Traumjob. Was machen Sie da genau?
Dominik Wohlert:
Das Aufgabenfeld der Spielanalyse beinhaltet allgemein die Spielvorbereitung auf den nächsten Gegner, die Live-Analyse für die Halbzeit, die Nachbereitung der Spiele und auch die Trainingsauswertung. Natürlich ist dieser Bereich hochinteressant und viele Leute beneiden mich um diese Position. Sie vergessen aber gerne mal, wie viel Arbeit dahintersteckt. Insgesamt handelt es sich um einen immer wiederkehrenden Arbeitsablauf, der einem kaum Freizeit lässt. Schließlich wird am Wochenende gespielt und die Nachbereitung gemacht, unter der Woche dreht sich alles um die Vorbereitung auf die nächste Partie. Trotzdem bin ich sehr glücklich, dass ich meine große Leidenschaft nun seit einigen Jahren auch beruflich ausüben kann.

Sie sind der Sohn des Profifußballers Torsten Wohlert, der heute das Scouting bei Hertha BSC verantwortet. Deshalb sind Sie gleichzeitig Kollegen. Wie klappt denn da die Zusammenarbeit?
Wohlert:
In den letzten Jahren haben sich unsere beiden Aufgabenfelder dann doch mehr und mehr voneinander getrennt. Mein Vater ist mit Sven Kretschmer für das Scouting bei Hertha BSC verantwortlich und bei mir ist es mittlerweile der Bereich Spielanalyse. Ich bin aktuell noch im Scouting eingegliedert, weil wir den Bereich Spielanalyse nicht abgetrennt haben, trotzdem finden meine allgemeinen Spiel-Sichtungen kaum noch statt. Ich versuche immer wieder, Konferenzen oder Spiele zu besuchen, da ich mir immer gerne neue Anregungen hole.
Natürlich stehe ich im ganz engen Austausch mit meinem Vater. Dadurch weiß ich, was im Scouting passiert, und er weiß, woran ich aktuell arbeite. Beispielsweise ist es bei uns so, dass mein Vater und Sven Kretschmer die Live-Sichtung für den nächsten Gegner machen, somit sind wir beim Thema „Gegnervorbereitung“ im Dialog. Grundsätzlich funktioniert die Zusammenarbeit gut, da wir ein enges Verhältnis pflegen und uns auf Augenhöhe begegnen.

Sie selbst haben einige Jahre leistungsbezogen Fußball gespielt. Sie kennen also das Geschäft auch aus sportlicher Perspektive. Glauben Sie, dass man einen Job in der Bundesliga auch gut ausüben kann, ohne vorher selbst aktiver Fußballspieler gewesen zu sein? Oder haben Ex-Spieler anderen etwas voraus?
Wohlert:
Ich denke, dass man schon auf einer gewissen Ebene leistungsbezogen agiert haben sollte. Ich glaube, dass es hier nicht unbedingt Bundesligafußball sein muss. Sportler, die schon früh dem extremen Leistungsgedanken verpflichtet waren, können möglicherweise besser damit umgehen.

Sie besuchen den Bachelor-Studiengang „Sportbusiness Management“ an der IST-Hochschule. Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden und was war der Grund, sich für diesen Studiengang zu entscheiden?
Wohlert
: Zum einen war und ist es mir wichtig, ein zweites Standbein neben dem Fußball zu haben. Als ich mit dem Studium angefangen habe, spielte ich ja noch aktiv. Zum anderen wollte ich mich auch allgemein zum Thema Sport weiterbilden, um bestimmte Sachverhalte aus dem Tagesgeschäft noch besser zu verstehen und auch einordnen zu können. Ich war außerdem bereits bei Hertha BSC beschäftigt, wusste jedoch nicht so recht, wie sich das Thema für mich entwickeln wird. Ich bin also auf die Suche nach einer Weiterbildungsmaßnahme gegangen und habe das IST gefunden. Da ja die IST-Hochschule Partner von Hertha BSC ist, hatte ich den Vorteil, mir von Kollegen, die hier bereits eine Weiterbildung oder ein Studium machen, eine Meinung einholen zu können. Und ich bin hier sehr zufrieden.

Ihr Vater hat vor rund 14 Jahren eine Weiterbildung beim IST-Studieninstitut belegt. Hat er Ihnen davon berichtet und das IST empfohlen?
Wohlert:
Als ich mich mit dem IST-Studiengang beschäftigt habe, habe ich natürlich auch ihn gefragt, wie seine Erfahrungen damals waren. Insgesamt lagen diese Erfahrungen einige Jahre zurück und auch die Studienvariante war eine andere, trotzdem waren seine Aussagen positiv und hilfreich für meine Entscheidung.

Sie arbeiten viel und studieren parallel. Wie wichtig ist für Sie die Tatsache, dass der Studiengang als Fernstudium angeboten wird? Welche Vorteile haben Sie dadurch?
Wohlert:
Für mich war die Tatsache, dass das Studium als Fernstudium angeboten wird, der entscheidende Faktor damals. Auf Grund meiner Arbeitszeiten ist es mir nicht möglich, regelmäßig eine Uni zu besuchen. Auch eine Vielzahl von Präsenzphasen ist für mich nicht umsetzbar. Aus diesem Grund habe ich damals auch nach Möglichkeiten gesucht, wo ich als Studierender so flexibel wie möglich meine Inhalte abarbeiten kann. Aktuell kann ich mir – ungebunden an einen Ort bzw. an einen bestimmten Termin – Inhalte erarbeiten und mich auf Prüfungen vorbereiten.

Lassen sich Studium und Ihr Job gut miteinander vereinbaren?
Wohlert:
Ich muss leider feststellen, dass es mir deutlich schwerer fällt, als noch zu Beginn meines Studiums. Mein Tätigkeitsbereich bei Hertha hat sich ja verändert und die Fülle meiner täglichen Aufgaben lässt immer weniger Zeit für das Studium. Trotzdem bin ich sehr froh darüber, wie ich es bisher miteinander verbinden konnte. Ich bin mir aber sicher, dass es für Leute, die einem geregelten Berufsleben nachgehen, eine hochinteressante Möglichkeit ist, sich weiterzubilden.

Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie? Welche Tätigkeit würden Sie gerne einmal ausüben?
Wohlert
: Ich bin sehr glücklich über meine aktuelle Position und möchte diese noch einige Jahre ausüben. Gleichzeitig möchte ich mich in allen Bereichen weiterbilden, sei es in Form von Trainerlizenzen oder eben mit meinem Bachelorabschluss.
Mein großes Ziel ist es, dauerhaft im Fußballbereich zu arbeiten, wo ich schließlich mal landen werde, vermag ich heute nicht einzuschätzen. Ich bin aber sehr strebsam, habe einen klaren Plan und weiß, dass ich noch einiges erreichen möchte.  

Abschließend noch eine Frage: Ist es von Vorteil, einen bekannten Vater zu haben, oder doch hin und wieder auch schwierig?
Wohlert (lacht)
: Natürlich war es für mich gut, einen Vater zu haben, der Profifußballer war, über viele Kontakte verfügt und schließlich bei Hertha BSC im Scouting angefangen hat. Klar, dass ich durch seinen Werdegang mein ganzes Leben Profifußball erleben konnte, nicht aus der Ferne, sondern ganz nah im täglichen Umgang. Ich habe damals als kleiner Junge schon gelernt, was es bedeutet, Profisport auszuüben und welche Tugenden dafür gebraucht werden. Diese Erkenntnisse haben mir selber als Sportler geholfen und helfen mir auch heute noch weiter, wofür ich sehr dankbar bin. Zudem mache ich auch kein Geheimnis daraus, dass mein Vater mir die eine oder andere Tür öffnen konnte und ich dadurch die Chance hatte, mich zu beweisen.
Andererseits ist es unheimlich schwer aus dieser Schublade „Sohn“ rauszukommen. Zum einen wird man immer an den Leistungen des Vaters gemessen, zum anderen in seiner Arbeit auch ganz anders bewertet. Ich denke, dass ein Name eine Tür öffnen kann, jedoch ist man selber verantwortlich, diese Chance auch zu nutzen. Ich bin mir sicher, dass ich meine Chancen genutzt habe und ich nicht hier in dieser Position bin, weil es mir in den Schoß gefallen ist.

Dominik, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Wer mehr über den Studiengang erfahren möchte, den Dominik Wohlert absolviert, findet alle Informationen unter „Sportbusiness Management“.
Das Interview, dass wir mit Dominiks Vater, Torsten Wohlert, geführt haben, finden Sie hier.