30.04.2026


Zwischen Bundesliga und Conference League passt immer noch ein MBA
Fußballkarriere inklusive Reisen durch Europa und trotzdem Studieren? Geht! Das beweist der Mainzer Torwart Daniel Batz. Der 35-Jährige absolviert parallel zum Leistungssport aktuell ein MBA-Studium an der IST-Hochschule – seinen Bachelor hat er dort bereits erfolgreich abgeschlossen. Im Interview spricht er über sein Studium und Mainz 05.
Herr Batz, Sie haben an der IST-Hochschule den Studiengang „Sportbusiness Management“ absolviert. Warum haben Sie sich dafür entschieden?Ich wollte früh in meiner Laufbahn auch an die Zeit danach denken. Die IST-Hochschule und der Studiengang waren ideal als Weiterbildung zu meiner Ausbildung zum Industriekaufmann. Die IST hat mir eine flexible Möglichkeit gegeben, mich neben meinem Beruf qualitativ hochwertig weiterzubilden.
Aktuell belegen Sie noch den „Master of Business Administration (MBA)“. Welche Gründe gab es, den MBA-Studiengang oben draufzusetzen?
Nach dem Bachelor wollte ich die Inhalte weiter vertiefen. Ich finde es wichtig, mich geistig immer wieder zu fordern und neue Blickwinkel kennenzulernen.
Was sind Ihre Eindrücke vom Studium?
Beide Studiengänge gefallen mir gut. Der sportliche Bezug des Bachelors in den verschiedenen Modulen gab mir spannende Einblicke in andere Sportarten über den Fußball hinaus – auch hinsichtlich der damit verbundenen Job-Profile hinter den aktiven Sportlern. Der Master gibt mir Einblicke, z.B. in die Rolle von Entscheidern und wie diese ihre Entscheidungen treffen. Für mich persönlich bedeutet das einen großen Mehrwert und ich freue mich auf die nächsten Module.
Neben den vielen Trainings- und Wettkampfzeiten kamen für Mainz 05 in dieser Saison noch die Spiele der UEFA Conference League hinzu. Ließ sich das alles mit dem Studium vereinbaren?
Ja, da die IST-Studiengänge als Fernstudium angeboten werden. Flexibilität ist in der heutigen Zeit sehr wichtig. Gerade als Sportler ist man häufig auf Reisen und kann durch dieses Studienmodell trotzdem flexibel an Vorlesungen, Tutorien, etc. teilnehmen.
Würden Sie aktiven Sportlern ebenfalls zu einem Studium oder einer Weiterbildung parallel zur Profilaufbahn raten?
Ich finde neue Herausforderungen spannend und bin der Meinung, dass man den Geist einfach immer in Bewegung halten sollte. Insofern wäre das meine klare Empfehlung für jeden aktiven Sportler. Unsere Zeit als Sportler ist zudem begrenzt und man sollte sich auf die Zeit danach vorbereiten! Die IST-Hochschule kann ich hier auf jeden Fall weiterempfehlen.
Gibt es konkrete Ziele, in welchem Bereich Sie nach der aktiven Karriere mal arbeiten wollen?
Ganz konkrete Vorstellungen habe ich da noch nicht, kann mir aber eine Führungsposition in einem Verein sehr gut vorstellen. Ich treffe gerne Entscheidungen, übernehme Verantwortung und plane strategisch.
Mit dem Europapokal haben Sie aber sicher nicht geplant, als Sie 2023 aus der 3. Liga als Backup für Robin Zentner von Saarbrücken nach Mainz gewechselt sind…
Nein. Bei meinem Wechsel wollte ich es unbedingt nochmal bei einem Bundesligaspiel auf den Platz schaffen. Nun durfte ich internationale Pflichtspiele absolvieren – das hatte ich natürlich so nicht auf dem Zettel.
Spiele im internationalen Wettbewerb zu spielen ist für die meisten dann doch etwas anderes als einfach nur ein „Bundesligaspiel mit weiter Anreise“. Warum ist das so etwas Besonderes?
Man vertritt Deutschland auf der Klubebene und misst sich mit internationalen Teams. Da herrscht nochmal eine andere Stimmung als im Bundesligaalltag. Für die eigenen Fans ist es genauso etwas Besonders wie für uns Spieler: andere Länder, andere Fankulturen, andere Stadien, die UEFA-Hymne … und dazu die Besonderheit, das alles mit einem Verein wie Mainz 05 zu erleben, bei dem die internationalen Spiele nicht die Regel sind.
Die Saison ging für die 05er nicht gut los, für Viele sahen die Mainzer schon nach einem sicheren Abstiegskandidaten aus. Mit Urs Fischer als neuem Trainer kamen Erfolge zurück und ihr seid aus dem Tabellenkeller geklettert. Das Team, das vorher nicht erfolgreich war, ist aber ja dasselbe: Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass ein Trainerwechsel dann doch etwas bewirken kann?
Eine neue Ansprache, neue Herangehensweise sowie neue Chancen für alle Spieler setzen Energie frei. Dennoch muss man Ergebnisse erzielen und sich somit Stück für Stück Selbstvertrauen zurückholen.
Was sind die Stärken von Urs Fischer und wie hat er die Wende hinbekommen?
Seine ruhige, besonnene Art und seine klare Idee von Fußball haben uns als Mannschaft extrem geholfen. Wir haben sehr viel Videoanalyse betrieben und er hat uns seine Vorstellung in den Analysen und im Training sehr klar aufgezeigt. Er gibt uns als Mannschaft eine klare Struktur und Organisation für alle Spielphasen. Darüber hinaus ist er in seiner Kommunikation mit den Menschen sehr offen und ehrlich.
In einem Video-Interview auf der Vereinswebsite sagen Sie, dass Sie lieber Wein statt Bier trinken. Da sind Mainz und Umgebung sicher nicht der verkehrteste Ort. Konnten Sie sich schon ein gutes Bild der regionalen Spezialitäten machen?
(lacht) Mainz ist eine tolle Stadt und auch die Region überzeugt auf allen Ebenen. Sicherlich hätte ich gerne das ein oder andere Weinfest mehr besucht, aber zeitlich sind wir im Fußball am Wochenende eben doch sehr limitiert.
Wir hoffen, dass es dennoch bald gute Gelegenheiten gibt, mit einem Glas anzustoßen – nach geschafftem Klassenerhalt und nach erfolgreichem MBA-Abschluss! 😊 Herr Batz, vielen Dank für das Gespräch!

