08.12.2020

IST-Student erhält Nachwuchsinnovationspreis

Jonas Gördes ist Absolvent der IST-Hochschule und für seine herausragende Masterthesis vom Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM) mit dem Nachwuchsinnovationspreis ausgezeichnet worden. Wir gratulieren!

Herr Gördes, nach dem Abitur haben Sie einen Bachelor-Studiengang absolviert. Warum haben Sie sich im Anschluss für einen Master-Studiengang entschieden?
Jonas Gördes:
Zunächst einmal vielen Dank für die Glückwünsche. Über die Auszeichnung habe ich mich sehr gefreut. Nach meinem Bachelor an der Deutschen Sporthochschule in Köln dachte ich mir, dass es das noch nicht gewesen sein kann. Ich hatte den Wunsch, mich noch weiter zu entwickeln und einen Masterstudiengang zu absolvieren.

Und ausgerechnet den Master „Prävention, Sporttherapie und Gesundheitsmanagement“?
Gördes:
Bereits während meines Bachelorstudiums habe ich für ein Jahr in einem großen Konzern im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) gearbeitet und dort meine Bachelorthesis verfasst. Das spannende Themenfeld des BGM reizte mich damals wie heute. Daher wollte ich mich in meinem Masterstudium darauf spezialisieren. Auch im Managementbereich wollte ich mich weiterqualifizieren. So entschied ich mich für diesen Studiengang, da alle Themenfelder, die mir wichtig sind, abgedeckt werden.

In Ihrer Masterthesis haben Sie sich mit dem Einfluss digitaler Kompetenzen auf die psychische Gesundheit von Lehrkräften auseinandergesetzt. Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?
Gördes:
Da ich als Sportlehrer an einer Schule im Raum Köln tätig bin, bekam ich immer wieder von Kollegen mit, die sich durch gewisse Aspekte der Digitalisierung gestresst oder unsicher fühlten. Auf der anderen Seite sah ich Kollegen, die stets begeistert von den neuen Möglichkeiten waren und diese jederzeit gerne einsetzten. Durch diese Beobachtung stellte ich mir die Frage, ob sich Lehrkräfte mit höheren Kompetenzen im digitalen Bereich weniger gestresst fühlen, und wie sich dies auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Sie haben 88 Lehrerinnen und Lehrer befragt. Wie haben Sie diese Lehrer für Ihre Untersuchung überhaupt erreichen können?
Gördes:
Durch meine guten Kontakte im schulischen Bereich habe ich die Schulleiter verschiedenster Schulen kontaktiert und sie gebeten, meine Online-Befragung an die Lehrkräfte weiterzuleiten. Als Stichprobe erhielt ich die besagten 88 Lehrerinnen und Lehrer. Besonders schön war, dass aus jeder Altersgruppe mindestens zehn Lehrkräfte teilgenommen haben. Die meisten Teilnehmer wies die Altersgruppe der 30-39-Jährigen mit 30 Lehrkräften auf, aber auch elf über 60-Jährige nahmen teil.

Sie haben sich im Rahmen Ihrer Studie für ein Querschnittsstudiendesign mit einer Einmalerhebung entschieden. Können sie uns kurz erläutern, was darunter zu verstehen ist?
Gördes:
In meiner Studie meint dies die einmalige Befragung der Teilnehmergruppe. Als Befragungstool habe ich mich für eine Online-Befragung mithilfe drei verschiedener Fragebögen entschieden, die zum einen den Gesundheitszustand sowie das Stressempfinden und zum anderen die digitale Kompetenz der Lehrkräfte messen sollten.

Die Ergebnisse, die Sie geliefert haben, sind beeindruckend. Können Sie diese kurz zusammenfassen?
Gördes:
Es zeigte sich, dass die digitale Kompetenz einen signifikant positiven Effekt auf die psychische Gesundheit hat. Das bedeutet, dass diejenigen mit einer höheren digitalen Kompetenz weniger in ihrer psychischen Gesundheit beeinträchtigt sind. Auch erwies sich zunehmendes Alter als negativ, wenn es um digitale Kompetenz geht. Also je jünger jemand ist, desto höher ist seine digitale Kompetenz im Schnitt. Zusätzlich stellte sich heraus, dass fehlende digitale Kompetenz einen signifikant negativen Effekt auf das wahrgenommene Stresserleben der Lehrkräfte hat. Zwischen Männern und Frauen und auch den verschiedenen Schulformen zeigten sich hingegen keine signifikanten Unterschiede.

Was machen Sie jetzt mit Ihrem Master-Abschluss? Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Zukunft?
Gördes:
Zunächst einmal möchte ich das gewonnene Know-how anwenden. Da ich an meiner Schule für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig bin, möchte ich dort erst einmal ansetzten. Anschließend freue ich mich auf das, was noch kommt, und neue, spannende Aufgaben im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Wir freuen uns, dass Jonas Gördes als IST-Absolvent diese wertvolle Auszeichnung erhalten hat und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute. Alle Informationen zum Master-Studiengang finden Sie hier.