20.04.2026


„Die Inhalte des Studiengangs passen perfekt zu dem, was uns erwartet“
Als Pflegeexpertin entwickelt Melanie Zick neue Ansätze für die Versorgung zu Hause und setzt dabei konsequent auf Prävention. Ihr Bachelorstudium „Prävention und Gesundheitsförderung“ ergänzt gezielt ihre tägliche Arbeit und hilft ihr, diese wissenschaftlich zu fundieren.
Pflege beginnt für viele erst dann, wenn Einschränkungen bereits spürbar sind. Für Melanie Zick setzt sie deutlich früher an. Die examinierte Pflegefachfrau arbeitet in der ambulanten Pflege beim DRK Region Hannover und begleitet dort als Praxisanleiterin den Nachwuchs. Parallel dazu hat sie sich mit „Pflegehilfe Hameln“ selbstständig gemacht.
„Ich stehe auf zwei Beinen“, beschreibt sie ihren Arbeitsalltag. Neben ihrer Tätigkeit beim DRK führt sie ein nach §45a SGB XI anerkanntes Unternehmen, das sich auf Präventionsbegleitung im häuslichen Umfeld spezialisiert hat.
Prävention statt Reaktion
Im Mittelpunkt stehen regelmäßige Einsätze bei Senior:innen zu Hause. In individuell gestalteten Einheiten arbeitet sie gezielt an Mobilität, Gleichgewicht, Kraft und Alltagssicherheit. Ziel ist es, Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinauszuzögern oder ihren Verlauf positiv zu beeinflussen.
Was heute vielerorts noch als Zusatzleistung gilt, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil der Versorgung. Mit den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen, seit dem 1. Januar 2026 durch das BEEP-Gesetz in Kraft, rückt Prävention stärker in den Fokus. Für die Pflegeexpertin ist das keine Zukunftsvision, sondern bereits gelebter Alltag. „Das ist keine Standard-Betreuungsleistung, sondern fachlich fundierte Präventionsarbeit“, betont sie. Ergänzt wird ihr Angebot durch strukturierte Screenings, Beratungsbesuche und die Anleitung pflegender Angehöriger. Für viele Familien entsteht dadurch eine spürbare Entlastung, häufig ohne zusätzlichen Eigenanteil.
Wirksamkeit im Alltag
Besonders schön ist für die Niedersächsin die direkte Wirkung ihrer Arbeit. Fortschritte zeigen sich nicht abstrakt, sondern im Alltag der Menschen. „Wenn jemand nach drei Monaten Präventionsbegleitung wieder alleine die Treppe schafft oder die Sturzangst abnimmt, sind das sehr konkrete, sehr menschliche Erfolge“, freut sich Melanie. Auch für Angehörige verändere sich viel. Das Gefühl, mit der Situation nicht allein zu sein, spiele eine zentrale Rolle.
Digitale Unterstützung für die Pflege zu Hause
Neben der praktischen Arbeit treibt sie die Digitalisierung der Pflege voran. Mit der Plattform „PflegePur“ hat sie ein umfassendes Angebot aufgebaut, das Informationen, regionale Vernetzung und digitale Unterstützung bündelt. Entstanden ist das Projekt aus wiederkehrenden Fragen in der Beratung. Heute umfasst das Netzwerk unter anderem Ratgeber, Rechner, ein regionales Pflege-Portale sowie Apps für Angehörige und Fachkräfte. Der Ansatz bleibt dabei konsequent. Pflege soll zu Hause einfacher werden und Prävention selbstverständlich dazugehören.
Studium als logische Weiterentwicklung
Trotz eines bereits anspruchsvollen Berufsalltags hat sich Melanie für ein Studium entschieden und gehört zu den ersten Studierenden im Bachelorstudiengang „Prävention und Gesundheitsförderung“ an der IST-Hochschule. Ihre Motivation dazu ist eng mit ihrer täglichen Arbeit verknüpft. „Prävention ist mein tägliches Handwerk“, sagt sie. Mit den neuen Entwicklungen im Gesundheitssystem wächst der Bedarf an fundiertem Wissen. Für sie geht es darum, praktische Erfahrung mit wissenschaftlicher Grundlage zu verbinden.
Mut zur Entscheidung für einen neuen Studiengang
Dass sie sich dabei für einen ganz neuen Studiengang entschieden hat, war für sie kein Problem. Neue Wege zu gehen, gehört zu ihrem beruflichen Selbstverständnis. Bereits mit ihrer Plattform „PflegePur“ hat sie gezeigt, wie sich innovative Ansätze in einem eher traditionellen Umfeld etablieren lassen.
Auch im Studium sieht sie vor allem die Chance, frühzeitig Teil einer Entwicklung zu sein, die durch demografischen Wandel und neue gesetzliche Vorgaben weiter an Bedeutung gewinnt. Das flexible Fernstudium der IST-Hochschule bietet dafür den passenden Rahmen. Das wahrgenommene Risiko tritt für sie in den Hintergrund – entscheidend ist die Möglichkeit, ein wachsendes Zukunftsfeld von Beginn an aktiv mitzugestalten.
Neue Perspektiven trotz Unsicherheit
Dabei eröffnen sich neue Perspektiven. „Während die klassische Pflegeausbildung stark auf Krankheit und deren Bewältigung ausgerichtet ist, setzt der Studiengang früher an. Es geht um den Erhalt von Ressourcen und darum, gesundheitliche Verschlechterungen zu vermeiden“, beschreibt die Pflegeexpertin. „Das ist ein echter Paradigmenwechsel von Pathogenese zu Salutogenese.“ Viele Effekte, die sie in der Praxis beobachtet, lassen sich so erstmals systematisch einordnen.
Der Schritt ins Studium war dennoch mit Unsicherheiten verbunden. Ohne Abitur und mit 46 Jahren als deutlich ältere Studierende stellte sich Melanie die Frage, ob sie den Anforderungen gerecht werden könne. „Diese Zweifel sind auch jetzt noch da, sie gehören zur Wahrheit dazu“, sagt sie offen. „Aber das hat mich nicht aufgehalten.“ Unterstützung hat sie schnell in der Gemeinschaft der Studierenden gefunden. „Der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Fachrichtungen erweitert ja immer auch den Blick und bringt neue Impulse“, so Melanie.
Ziele für die Zukunft
Rückblickend hat sich Melanies Entscheidung bestätigt. Die Inhalte sind praxisnah aufgebaut und lassen sich mit ihren beruflichen Aufgaben vereinbaren. Gleichzeitig stärkt das Studium ihr Selbstvertrauen. Eine erfolgreich bestandene erste Klausur hat ihr gezeigt, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat.
Für die Zukunft formuliert sie klare Ziele. Prävention soll in der Pflege einen deutlich höheren Stellenwert bekommen und als selbstverständlicher Bestandteil im Alltag ankommen. „Nicht nur als Häkchen im Formular“, wie sie betont, sondern als gelebte Praxis bei den Menschen zu Hause. Auch persönlich möchte sie das Studium erfolgreich abschließen und die gewonnenen Erkenntnisse in all ihre Tätigkeitsfelder integrieren.
Auf diesem Weg wünschen wir Melanie Zick alles Gute!
