29.05.2026


Tourism Consulting im Praxischeck
Die IST-Studierenden Sophie Schroer und Tom Zauder haben sich in einem Praxisprojekt ganz nah an den Beruf des Tourism Consultants gewagt und ihn im Auftrag von Norwegian Cruise Line über sechs Monate analysiert, ausgewertet, kreiert und schließlich präsentiert. Im Interview mit der IST-Hochschule berichten sie, wie ihnen der Einblick in die Arbeitswelt des Tourism Consultants gefallen hat.
Die Tourismusbranche wird zunehmend komplexer und steht heute vor vielschichtigeren Herausforderungen als noch vor 20 Jahren. Unternehmen brauchen strategische Beratung und genau hier kommt das Tourism Consulting ins Spiel. Die IST-Studierenden Sophie und Tom wurden in ihrem Praxisprojekt vor die Aufgabe gestellt, aktuelle Herausforderungen im Kreuzfahrtvertrieb zu identifizieren und innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Unter der Leitung des IST-Dozenten Prof. Dr. Ernst-Adrian Freiherr von Dörnberg erhielten die Studierenden exklusive Einblicke in die Unternehmensstrategie von Norwegian Cruise Lines und durften einen Optimierungsversuch wagen.
„Im Grunde haben wir eine klassische Beratungstätigkeit ausgeübt“
Bereits vor Beginn des Projekts war den beiden Studierenden bewusst, dass sie ein außergewöhnlich praxisnahes Modul erwartet. Besonders die Zusammenarbeit mit einem internationalen Unternehmen habe den Reiz des Projekts ausgemacht.
„Wir haben es sehr geschätzt, dass die Hochschule solche exklusiven Projekte für uns Studierende ermöglicht“, erzählen Sophie und Tom rückblickend. „Besonders gefreut haben wir uns auf die intensive Teamarbeit und darauf, gemeinsam auf ein konkretes, reales Ziel hinzuarbeiten.“
Im Projekt selbst übernahmen die Studierenden vielfältige Aufgaben: von der Analyse bestehender Vertriebsstrukturen über die Konzeption von Partnerevents bis hin zur Durchführung und Auswertung einer Reisebüroumfrage. Ziel war es, Handlungsempfehlungen für langfristig erfolgreiche Partnerbeziehungen im Kreuzfahrtvertrieb zu entwickeln.
„Im Grunde haben wir eine klassische Beratungstätigkeit ausgeübt“, erklären die beiden. „Vor allem die analytischen und strategischen Phasen des Projekts haben sich eins zu eins nach echter Consulting-Arbeit angefühlt.“
Analyse, Strategie und echte Handlungsempfehlungen
Besonders intensiv arbeiteten Sophie und Tom an der Analyse von Reisebüros und Online Travel Agencies. Neben Marktbedingungen und Vertriebsstrukturen standen auch Themen wie Nachhaltigkeit und zukünftige Anforderungen der Branche im Fokus.
Dabei mussten die Studierenden nicht nur Daten sammeln, sondern diese auch strategisch interpretieren und in konkrete Maßnahmen übersetzen. „Es reicht in der Beratung nicht aus, Probleme nur zu benennen – man muss Lösungen entwickeln, die in der Praxis funktionieren“, sagen die beiden.
Um belastbare Ergebnisse zu erzielen, arbeiteten die Studierenden mit unterschiedlichen Methoden – darunter Experteninterviews, Primärerhebungen und statistische Analysen. Die Kombination aus wissenschaftlichem Arbeiten und praxisnaher Anwendung habe das Projekt besonders spannend gemacht.
Der Moment, in dem sich das Projekt nach „echtem Consulting“ anfühlte
Einen besonderen Aha-Moment gab es für Sophie und Tom während der strategischen Entwicklungsphase des Projekts. Anfangs hätten sie ihre Ideen noch stark an bestehenden Unternehmensstrukturen orientiert. Im Verlauf des Projekts änderte sich diese Perspektive jedoch grundlegend. „Uns wurde klar, dass ein Consultant das ideale Szenario entwickeln soll – unabhängig davon, wie aktuelle Prozesse aussehen“, erklären sie. „Wenn man nur das vorschlägt, was ohnehin schon ins bestehende System passt, findet keine echte Beratung statt.“
Gerade dieser Perspektivwechsel habe ihnen gezeigt, worauf es im Tourism Consulting wirklich ankommt: neue Denkansätze entwickeln, Potenziale erkennen und strategische Impulse setzen.
Welche Fähigkeiten braucht ein Tourism Consultant?
Neben analytischem Denken und strategischer Planung seien vor allem Kommunikationsfähigkeit, Präsentationsstärke und strukturiertes Arbeiten entscheidend, betonen die beiden Studierenden. Besonders die Arbeit im achtköpfigen Team habe ihnen gezeigt, wie wichtig klare Abstimmungen und lösungsorientierte Zusammenarbeit sind.
„Man muss in kurzer Zeit komplexe Themen verstehen und daraus konkrete Strategien ableiten können“, sagt Tom. „Gleichzeitig spielt auch der Umgang mit Menschen eine große Rolle.“
Auch Sophie hebt die Vielseitigkeit des Berufsfelds hervor: „Es ist ein Beruf für alle, die keine Routine suchen, sondern die Herausforderung lieben, jeden Tag neue Lösungen für die komplexen Fragen eines globalen Marktes zu finden.“
Tourism Consulting als möglicher Karriereweg
Dass sich beide gut vorstellen können, später selbst im Tourism Consulting zu arbeiten, überrascht nach den Erfahrungen im Praxisprojekt kaum. Besonders die strategische Arbeit, die Abwechslung und die Einblicke in unterschiedliche Unternehmensbereiche machen den Beruf für sie attraktiv.
Gleichzeitig habe das Projekt ihnen gezeigt, wie anspruchsvoll die Tätigkeit sein kann – etwa durch Zeitdruck, hohe Verantwortung und die Notwendigkeit, komplexe Probleme effizient zu lösen.
Für Sophie und Tom überwiegt dennoch klar der positive Eindruck. Die Verbindung aus Theorie, Analyse und realer Projektarbeit habe ihnen gezeigt, wie spannend und vielseitig Tourism Consulting in der Praxis tatsächlich ist.

