14.09.2026


„Mein Weg hat sich Schritt für Schritt entwickelt“
Als Physician Assistant hat Jil Sommer mehrere Jahre dort gearbeitet, wo Entscheidungen oft innerhalb weniger Minuten getroffen werden müssen: in einer Zentralen Notaufnahme. Heute trägt sie als Cluster-Geschäftsführerin der Helios-Kliniken Verantwortung für zwei Häuser. Dazwischen liegen ein Masterstudium an der IST-Hochschule und verschiedene Managementpositionen.
Der Wunsch, ins Management zu wechseln, kam nicht plötzlich. Während ihrer Arbeit in der Notaufnahme interessierte Jil zunehmend, warum bestimmte Abläufe so organisiert sind, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Strukturen hinter dem klinischen Alltag stehen. „Ich habe gemerkt, dass ich nicht nur unmittelbar am Patienten etwas bewegen möchte, sondern auch auf organisatorischer und strategischer Ebene.“
Aus diesem Interesse entstand nach und nach der Wunsch, mehr Verantwortung zu übernehmen. Dafür wollte sie die medizinische Perspektive, die sie aus ihrem Berufsalltag bereits sehr gut kannte, um Managementwissen ergänzen.
Studium als nächster Schritt
Mit dem Masterstudium „Prävention, Sporttherapie und Gesundheitsmanagement“ an der IST-Hochschule entschied sich die Rheinländerin bewusst dafür, noch einmal neue fachliche Schwerpunkte zu setzen. Betriebswirtschaftliche und strategische Themen rückten stärker in den Fokus. Gleichzeitig konnte sie viele Inhalte mit ihren bisherigen Erfahrungen aus dem Gesundheitswesen verknüpfen.
Vor allem der Blick auf die verschiedenen Interessen, die im Gesundheitswesen täglich aufeinandertreffen, ist ihr aus dem Studium geblieben: „Im Gesundheitswesen müssen im Management viele unterschiedliche Interessen zusammengebracht werden: die Bedürfnisse der Patient:innen und Mitarbeitenden, medizinische Anforderungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“
Diese Zusammenhänge nicht isoliert zu betrachten, sondern miteinander in Einklang zu bringen, wurde auch für Jils weitere berufliche Entwicklung relevant.
Zwei Perspektiven auf das Gesundheitswesen
Nach dem Studium folgten mehrere Karriereschritte: von der Praxisleitung über das Junior-Management bei Helios bis in die Klinikgeschäftsführung.
Dass sie ursprünglich aus der direkten medizinischen Versorgung kommt, empfindet die 30-Jährige dabei bis heute als Vorteil. Sie kennt die Abläufe einer Klinik nicht nur aus Zahlen, Auswertungen und Besprechungen, sondern hat selbst erlebt, was organisatorische Entscheidungen im Arbeitsalltag bedeuten können.
Mit dem Managementwissen kam eine zweite Perspektive hinzu: „Entscheidungen sind selten rein medizinisch oder rein wirtschaftlich – meistens geht es darum, eine gute Balance zu finden.“
Nicht mehr alles selbst lösen
Mit der Verantwortung für eine gesamte Klinik hat sich auch Jils Rolle deutlich verändert. In der Patientenversorgung sind die Auswirkungen des eigenen Handelns häufig direkt erkennbar. In der Geschäftsführung werden Entscheidungen komplexer, betreffen mehr Menschen und entfalten ihre Wirkung teilweise erst langfristig.
Eine der größten Umstellungen war für Jil, nicht mehr jedes Problem selbst lösen zu können. Und es auch nicht zu müssen: „Stattdessen geht es viel stärker darum, Verantwortung zu übertragen, die richtigen Menschen zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“ Führung bedeutet für sie deshalb auch, den eigenen Teams zu vertrauen, Verantwortlichkeiten abzugeben und trotzdem eine klare Richtung vorzugeben.
Was vom Studium geblieben ist
Vom Studium profitiert sie bis heute. Dabei sind es nicht nur einzelne Fachinhalte, sondern vor allem Denk- und Arbeitsweisen, die sie in ihrer heutigen Führungsposition begleiten. Was sie aus ihrer Zeit an der IST-Hochschule mitgenommen hat, geht für die Klinikmanagerin deshalb über einzelne Studieninhalte hinaus. „Themen strukturiert zu analysieren, verschiedene Perspektiven einzubeziehen und Entscheidungen nicht nur kurzfristig, sondern auch strategisch zu betrachten – das begleitet mich bis heute.“
Heute zurück an der IST-Hochschule
Heute ist Jil Sommer der IST-Hochschule in einer neuen Rolle verbunden. Als Mitglied im Fachbeirat „Gesundheit“ bringt sie ihre Erfahrungen aus dem Klinikalltag und dem Management in die Weiterentwicklung der Studienangebote ein. Dabei kennt sie beide Seiten: die Anforderungen der Praxis ebenso wie die Perspektive der Studierenden.
Umso mehr schätzt sie heute die Möglichkeit, selbst Impulse zu setzen und aktuelle Herausforderungen aus dem Gesundheitswesen in den Austausch mit der Hochschule einzubringen.
Für sie ist das auch eine Gelegenheit, etwas von den eigenen Erfahrungen zurückzugeben.

