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13.12.2017

Bernadette Hauber studiert in Chile.

„Perfekt, um mein Leben im Ausland mit einem Studium zu verbinden“

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten wir gemeinsam mit der deutsch-chilenischen Wochenzeitung „Cóndor“ ein Stipendium ausgeschrieben. Bernadette Hauber ist Deutsche, lebt seit vier Jahren in Santiago de Chile und hat sich nun gegen die vielen Mitbewerber um das Stipendium durchgesetzt. Sie gibt uns einen Einblick, wie sie ihr Studium "Tourismus Management" im fernen Chile meistert.

Atacama2012 hat Bernadette Hauber ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau erfolgreich abgeschlossen und wurde von ihrem Lehrbetrieb übernommen. Ein Jahr lang arbeitete sie hier weiter, bevor sie sich entschloss, mit einem Working-Holiday-Visum nach Australien zu reisen, um sich dort umzuschauen. In Down Under arbeitete Hauber hauptsächlich in Gastronomie- und Tourismusbetrieben und nutzte ihre freie Zeit, möglichst viel vom Land kennenzulernen. Sie verliebte sich. Nicht nur in das „Entdecken von Unbekanntem“, sondern auch in einen jungen Chilenen, den sie in Australien traf. Gemeinsam mit ihm reiste sie noch drei Monate durch Südostasien, bevor sie allein weiter nach China und Japan fuhr.


AtacamaIrgendwann war auch diese Tour zu Ende und, und sie kehrte nach Deutschland zurück. „Zurück in Deutschland war dann alles ein bisschen so wie immer, aber durch so ein Auslandsjahr verändert man sich selbst doch schon ein bisschen“, erklärt Hauber. „Das Allgäu war mir plötzlich zu klein, und ich wollte unbedingt weiterreisen, weiter fremde Orte kennenlernen, weiter Dinge sehen, die ich noch nicht kannte und die so gar nicht in mein geregeltes deutsches Leben passten. Außerdem wollte ich auch herausfinden, ob meine Beziehung auch außerhalb Australiens funktioniert.“ Und so packte sie kurzerhand ihre Koffer und flog mit einem One-Way-Ticket, dafür ohne die geringsten Spanischkenntnisse, nach Chile. Und blieb.


Hier hat sie sich eine Aufgabe gestellt. „Ich habe bereits eine touristische Ausbildung, die mir sehr viel Spaß bereitet hat, und wollte mich unbedingt in diesem Bereich weiterbilden, mein Wissen ausbauen und festigen. Deshalb habe ich mich um das Stipendium für das Studium ‚Tourismus Management‘ an der IST-Hochschule beworben“, berichtet die junge Frau. „In Chile gibt es bereits ein großes touristisches Angebot, leider wird im Moment noch nicht allzu viel getan, um die Grundlage hierfür – nämlich Chiles einzigartige Natur – besser zu schützen und sorgfältiger mit ihr umzugehen. Nachhaltigkeit wäre sehr wichtig, besonders für einen auf Outdoor-Aktivitäten spezialisierten Tourismus wie in Chile. Das Thema wird aber genauso wie Qualitätsmanagement, Wirtschaftsethik und ein sozialer, gerechter Umgang mit dem Personal noch sehr stiefmütterlich behandelt. Durch das Studium erhoffe ich mir, nicht nur touristische Grundlagen zu erhalten, sondern eben auch gerade Fähigkeiten in Unternehmensführung, Personalmanagement, Qualitätsmanagement, Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit zu bekommen, um den Tourismus in Chile fit für eine gerechte und nachhaltige Zukunft machen zu können.“

Rapa Nui
Dass der Studiengang als Fernstudium angeboten wird, war Bernadette Haubers einzige Möglichkeit, einen akademischen Abschluss an einer deutschen Hochschule zu erlangen. „Ein deutscher Hochschulabschluss ist mir sehr wichtig, da dieser nicht nur in Europa, sondern auch in vielen weiteren Ländern wie Chile problemlos anerkannt wird. Außerdem kann ich bequem von zuhause aus studieren und im nahegelegenen Goethe-Institut meine Prüfungen ablegen. Perfekt also, um mein Leben im Ausland mit einer deutschen Hochschulqualifikation zu kombinieren.“

Chile
Schade findet die junge Frau nur, dass sie nicht an den Seminaren teilnehmen kann. Dadurch hat sie weniger Kontakt zu ihren Kommilitonen und lernt auch ihre Dozenten nicht von Angesicht zu Angesicht kennen. Aber durch die Online-Vorlesungen und -Tutorien hat sich das Gefühl „ich-studiere-ja-tatsächlich“ eingestellt. Hauber strukturiert ihre Woche, indem sie sich vorher Gedanken macht, welche Themen sie bearbeiten möchte, und wann sie wieviel Zeit für ihr Studium aufbringen kann.
Chile


„Die Studienhefte geben eine ganz gute Richtung vor, an die ich mich versuche zu halten“ erläutert Hauber ihre Herangehensweise. „Zusätzlich versuche ich, täglich eine Online-Vorlesung zu sehen, um die Theorie ein bisschen aufzulockern und mir selbst das Gefühl zu geben, nicht alleine zu lernen, sondern einen Professor an der Seite zu haben. Wenn auch nur online.“ Sie lacht. „Bisher bin ich mehr als zufrieden! Die Betreuung durch das IST-Team funktioniert super und auch die Inhalte des Studiums sind sehr interessant. Wie gesagt, mir helfen die Online-Tutorien und -Vorlesungen ein bisschen, das Gefühl wie an einer Präsenz-Uni zu studieren, aufleben zu lassen.“


Die 25-Jährige gibt nebenher noch Deutschunterricht. Da sie hierbei einen festen Stundenplan hat, kann sie ihre Tätigkeit sehr gut mit dem Studium verbinden. Sie hofft aber, im nächsten oder spätesten übernächsten Semester zumindest ein längeres Praktikum, wenn nicht sogar einen Teilzeitjob in einer touristischen Organisation zu finden. Somit könnte sie ihr theoretisch erworbenes Hochschulwissen gleich in die Praxis umsetzen.

Wir drücken der Wahl-Chilenin die Daumen für das Erreichen ihrer Ziele und wünschen ihr weiterhin so viel Spaß und Erfolg bei ihrem Studium „Tourismus Management".