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13.01.2020

IST-Student Ralf Biebeler in Ecuador.

Studieren in der höchsten Hauptstadt der Welt

20 Kilometer südlich des Äquators in einem 2850 Meter hohen Becken der Anden, genau dort studiert der 38-jährige IST-Student Ralf Biebeler den Bachelor „Kommunikation & Medienmanagement“. Uns hat der Geschäftsführer und Unternehmer einen Einblick in seine neue Heimat gewährt

Dauerhaft mindestens 25°C. Ständig dünne Luft, dafür permanent Sonnenschein. Den Blick direkt auf unzählige aktive Vulkane. Und den höchsten Berg der Welt direkt um die Ecke. Ja, der Gipfel des Chimborazo ist, vom Meeresgrund aus gesehen, tatsächlich der am weitesten entfernte Punkt auf der Erde. So studiert der 38-jährige Ralf Biebeler aus Heidelberg den IST-Bachelor-Studiengang „Kommunikation & Medienmanagement“. Wo? In Ecuador.

Gleichzeitig ist der Teilzeit-Student Unternehmer in Deutschland, wo er geschäftsführender Gesellschafter des Filmproduktions-Unternehmens „Pionierfilm“ ist. Aber Stopp! Wie passt das alles zusammen?

Entsandt nach Ecuador

„Meine Frau ist im Auslandsschuldienst tätig und arbeitet an der Deutschen Schule Quito. Wir wollten schon immer ins Ausland. Die Kinder sollten idealerweise im jungen Alter Spanisch lernen. Irgendwann bot sich die Stelle für meine Frau an. Dann sind wir alle mitgegangen“, sagt Biebeler über den Grund für den Ecuador-Aufenthalt. Seit 2018 lebt die vierköpfige Familie nun in einem Vorort von Quito.

Die wichtigste Frage: Was wird aus der Filmproduktion?

Als geschäftsführender Gesellschafter ist es nicht unbedingt einfach alles stehen und liegen zu lassen für einen Auslandsaufenthalt. „Hier danke ich meinen Kollegen und meinem Geschäftspartner für ihr Verständnis. Wir fanden eine gute Lösung. Ich bleibe den Pionieren weiterhin treu und genieße gleichzeitig den Auslandsaufenthalt“, erklärt Biebeler.

Das Unternehmen arbeitet weiterhin ganz normal in Deutschland. Der Aufgabenbereich von Biebeler änderte sich jedoch und findet nun online statt. Er steht vorerst nicht mehr hinter der Kamera oder organisiert Projekte. Stattdessen vermarktet er sein Unternehmen nunmehr wesentlich fokussierter als früher. Alles rund um Suchmaschinenoptimierung und -werbung sowie Marketing steht nun zu 100 Prozent im Mittelpunkt. Zeitlich jedoch anders strukturiert. „Früher machte ich das alles eher nebenbei. Das Hauptaugenmerk lag darauf, das Geschäft zu führen und Projekte durchzuführen. Jetzt kann ich endlich tiefer einsteigen in dieses Thema“. Mit diesem Background kam ihm irgendwann eine Idee: „Wieso erweitere ich mein Wissen nicht einfach?“

Die Zeit ist da, auch wenn die Kinder und die Arbeit nicht wenig davon beanspruchen. Zusätzlich lernt er Spanisch, was ebenfalls zeitintensiv ist. Dennoch war von Anfang an auch der Wille vorhanden. Also begab sich Ralf Biebeler auf die Suche nach Möglichkeiten. Mit Blick auf die vor ihm liegende Zeit in Ecuador erwies sich ein Fernstudium an der IST-Hochschule für Management als die perfekte Wahl.

Die speziellen Vorteile des flexiblen Studiums

„Mir war wichtig, dass ich ein Studium zu 100% in Abwesenheit durchführen konnte. Ich kann Präsenztagen nicht nachkommen, weil es mir nicht möglich ist immer wieder knappe 10.000 Kilometer zu reisen. Die IST-Hochschule war die einzige, die ich fand, bei der ein hundertprozentiges Studium ohne verpflichtende Präsenztage möglich war.“ Zudem wollte er seinen Horizont in einem Bereich erweitern, in dem er ohnehin bereits tätig war. „Ich will, dass ich nach meiner Rückkehr mehr und tiefergehende Leistungen anbieten kann. Die Videoproduktion ist mein Steckenpferd. Die kenne ich seit mehr als 15 Jahren. Doch wenn ich rund um Videos mehr anbiete, erweitert das nicht nur das Portfolio meines Unternehmens, sondern auch mein ganz persönliches.“

Lernen findet zu Hause statt. Auch wenn die Online-Tutorien für ihn teilweise nachts um 2 Uhr beginnen. Das macht die Zeitverschiebung von sechs bis sieben Stunden aus. Das permanent gute Wetter klammert er aus. „Disziplin ist oberste Priorität. Würde ich mich ständig von den Möglichkeiten ablenken lassen, die allein die Natur hier bietet, käme ich nicht weit.“ Vor einer Klausur lernt er zumeist zwei bis drei Wochen lang. „Stelle ich fest, dass ich schludrig werde, höre ich auf und lerne am nächsten Tag weiter. Das zieht das Lernen zwar in die Länge, ist aber effizient.“

Die Klausuren finden im Direktorat der Deutschen Schule Quito statt, das diese anschließend an die IST-Hochschule weiterleitet. Anstatt digitaler Lehrhefte hat sich Ralf Biebeler für die gedruckte Variante entschieden. Diese erhält er jedoch nur über Umwege. „Das Postsystem in Ecuador ist nicht so ausgereift wie das in Deutschland“, sagt er. „Die Bücher kommen immer mit irgendjemandem, der gerade aus Deutschland kommt. Botschaftsangehörige, Lehrer oder Besucher gibt es genug. Die bringen immer wieder Dinge mit. Auch Lehrbücher und Fachbücher rund um das Studium.“

Langweilig wird es nicht


Biebeler entschied sich für das 8-semestrige Teilzeitstudium des Bachelor-Studienganges „Kommunikation & Medienmanagement“. Hintergrund ist, dass er erst testen wollte, wie hoch die Lernbelastung ist. „Die ist höher, als ich anfangs dachte. Trotz Teilzeit bin ich sehr gut ausgelastet mit Familie, Arbeit, Spanischlernen sowie dem Studium. Auch wohnen wir hier in einem älteren Haus. Da ist immer irgendwas zu tun. Vollzeit kommt nicht in Frage“, sagt er.

Wie geht’s weiter nach der Rückkehr?

In Ecuador möchte Ralf Biebeler sein Bachelor-Studium abschließen. Aktuell plant er, seinen Master in „Kommunikationsmanagement“ an der IST-Hochschule anzuschließen. „Inwiefern ich zusätzlich noch Zertifikate belege, weiß ich derzeit noch nicht. Es gibt immer mal wieder Leerlaufphasen, die ich gut füllen könnte. Aber ich warte noch ab mit der Entscheidung.“

Mit dem erworbenen Wissen unterstützt er sein eigenes Unternehmen bereits jetzt. Teilaspekte der einzelnen Module fließen mehr und mehr in die Marketingaktivitäten der „Pionierfilm“ ein. Das wird sich künftig wohl noch weiter ausbauen.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht!