Zur Erfolgsstorys-Übersicht

27.03.2026

Sina Ruppenthal
Sina Ruppenthal

Auf dem Weg zur stärksten Frau der Welt

Zwischen Weltrekord und Wissenschaft bewegt sich das Leben von Sina Ruppenthal. Die Masterabsolventin und aktuelle Studentin an der IST-Hochschule hat sich im internationalen Strongwoman-Sport etabliert und kann bereits auf beeindruckende Erfolge zurückblicken.

Für Sina war es ein Wettkampf, der alles verändert hat. Bei der Deutschen Meisterschaft 2023, ihrem erst zweiten Strongwoman-Wettkampf, gewann sie direkt den Titel. Viel wichtiger als der Sieg war jedoch das Gefühl danach. „Ich habe gemerkt, dass mir das unfassbar viel Spaß macht und ich wohl auch recht gut darin bin“, sagt sie. Den entscheidenden Impuls gab ihr ihr Freund und Coach. „Als er mir gesagt hat, dass ich mal zu den besten der Welt gehören könne, wusste ich, dass ich genau das will.“

Heute ist sie diesem Ziel bereits sehr nahe. Mit ihrem vierten Platz bei den Weltmeisterschaften gehört Sina Ruppenthal zur internationalen Spitze. „Die viertstärkste naturale Frau der Welt zu sein bedeutet für mich, dass ich einfach alles erreichen kann, was ich mir vornehme. Es macht mich sehr stolz und gleichzeitig hungrig auf mehr.“

Der Begriff „natural“ steht im Kraftsport für ein klares Prinzip. Athletinnen und Athleten treten ohne leistungssteigernde Substanzen an. Sina misst sich also mit den besten Sportlerinnen der Welt unter fairen und dopingfreien Bedingungen. Ihr nächstes Ziel hat sie bereits klar vor Augen. „Beim nächsten Mal will ich auf dem Podium stehen.“

Mehr als nur Kraft

Was für viele nach Extremsport klingt, fühlt sich für Sina überraschend leicht an. „Ich liebe den Strongwoman-Sport, weil es eigentlich nichts anderes ist als Spielen für starke Erwachsene.“ Besonders die Vielseitigkeit und die praktische Stärke, die sich auch im Alltag zeigt, begeistern sie. Dazu kommt eine enge Gemeinschaft. „Die Community ist wahnsinnig herzlich und unterstützend.“

Leicht ist der Sport trotzdem nicht. Über mehrere Tage hinweg maximale Leistung abzurufen, verlangt dem Körper alles ab. Sina sieht ihre Stärke vor allem im mentalen Bereich. „Ich verspüre so gut wie keine Aufregung oder Nervosität, sondern einfach nur Vorfreude.“ Genau das hilft ihr im Wettkampf.

Entwicklung statt nur Ergebnisse
Zu ihren Erfolgen zählen auch zwei Guinness-Weltrekorde, unter anderem das Heben und Werfen von zehn Männern in nur 37 Sekunden. Trotzdem misst sie ihren Weg nicht allein an Titeln oder Marken. „Meine bedeutendste Errungenschaft ist, die Person zu sein, die ich immer werden wollte.“

So denkt sie auch über schwierige Phasen. Wenn es mal nicht optimal läuft, sieht sie darin keinen Rückschlag. „Ich sehe es nie als Rückschlag, sondern immer als Chance.“ Vieles davon nimmt sie auch mit in ihren Alltag. Besonders wichtig ist für sie die Selbstwirksamkeit. Gemeint ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen aus eigener Kraft zu meistern. „Man wächst immer wieder über sich hinaus und verschiebt seine eigenen Grenzen. Das überträgt sich auch auf den Alltag.“

Wissen weitergeben und weiter wachsen
Früh stand für Sina fest, dass sie ihre Begeisterung für Bewegung weitergeben möchte. Heute arbeitet sie als Coach und Dozentin und verbindet praktische Erfahrung mit wissenschaftlichem Know-how. „Der Leistungssport hilft mir, Inhalte besonders authentisch und motivierend zu vermitteln.“

Nach ihrem Bachelor entschied sie sich für den Master „Trainingswissenschaft und Sporternährung“ an der IST-Hochschule. „Ich wollte noch mehr lernen und mich weiterentwickeln.“ Besonders die Inhalte rund um den Kraftsport konnte sie direkt anwenden, sowohl im eigenen Training als auch in der Arbeit mit anderen. Auch das Studium selbst bleibt positiv in Erinnerung. „Der Austausch fand auf Augenhöhe statt und war immer von einem netten und entspannten Umgangston geprägt.“

Stillstand ist für sie keine Option. Im nächsten Schritt richtet sie den Fokus bewusst auf die mentale Seite des Sports. „Nachdem ich jetzt weiß, wie man Training gestaltet, um mit dem Körper Höchstleistungen zu erreichen, widme ich mich nun dem Kopf.“ Im Master „Sportpsychologie“ an der IST-Hochschule möchte sie lernen, wie sich mentale Stärke gezielt entwickeln lässt.

Die nächsten Ziele sind klar
Sina Ruppenthal plant ihren Weg sportlich, beruflich und akademisch zugleich. Ihr Coaching möchte sie weiter ausbauen und auch als Dozentin ihr Wissen weitergeben. Gleichzeitig bleiben ihre sportlichen Ziele ambitioniert. „National habe ich das Ziel, in vier Kraftsportarten die Beste zu sein, und zwar im Strongwoman-Wettkampf, Gewichtheben, Powerlifting und den Highlandgames.“

Auch international denkt sie groß. „Mein Ziel ist es, die stärkste naturale Frau der Welt zu werden.“ Nach allem, was sie bisher erreicht hat, wirkt dieses Ziel nicht wie ein ferner Traum, sondern wie der nächste logische Schritt.

Fotos: Leon Fülber, Ines Komsic und Marc Sporys