04.11.2026


Damit andere gewinnen können
Ein Klassenerhalt wird auf dem Spielfeld gefeiert. Möglich wird er aber auch an Orten, an denen kein Ball fliegt. In Büros, bei Partnergesprächen, auf Veranstaltungen und manchmal vor einer Excel-Tabelle. Erik Fischer arbeitet beim Handball-Bundesligisten ThSV Eisenach genau dort. Hinter den Kulissen und trotzdem mittendrin.
Heute kümmert er sich um Vertrieb und Partner, organisiert Business- und Netzwerkevents und arbeitet an Themen wie Nachhaltigkeit, Nachwuchslizenzierung und Digitalisierung. Kurz gesagt, er schafft Rahmenbedingungen. Damit andere auf dem Feld erfolgreich sein können.
Genau das reizt ihn am Sportbusiness. „Mich fasziniert, wie Sport Menschen verbindet, Emotionen auslöst und Gemeinschaft schafft.“ Seine eigene Rolle sieht Fischer dabei ganz bewusst abseits des Rampenlichts. Er möchte mit seiner Arbeit Vereinen und Sportler:innen ermöglichen, sich weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein.
Der ThSV bietet dafür ein besonderes Umfeld. Fischer beschreibt ihn als emotionalen Verein mit familiärer Atmosphäre, kurzen Entscheidungswegen und viel Gestaltungsspielraum. Begrenzte Mittel betrachtet er dabei weniger als Hindernis, denn als Aufgabe. Ihn motiviert die „Möglichkeit, mit begrenzten Mitteln viel zu bewegen und gemeinsam etwas aufzubauen“.
Parallel zu seiner Tätigkeit absolvierte er den dualen Master „Sportbusiness Management“ an der IST-Hochschule. Was im Studium strategisch oder analytisch erarbeitet wurde, begegnete ihm oft kurz darauf im Berufsalltag wieder. „Das flexible Studienmodell lässt sich optimal mit meiner beruflichen Tätigkeit verbinden“, sagt Fischer. Wertvoll waren für ihn vor allem die praxisnahen Inhalte, Dozent:innen mit Erfahrung aus dem Sportbusiness und die Kontakte zu Studierenden und Ehemaligen.
Dass er sich auch als Studierendenvertreter engagierte und Veranstaltungen mitorganisierte, passt ins Bild. Fischer gehört offenbar nicht zu den Menschen, die gerne nur zusehen. Nach seinem Studienabschluss im August 2026 blieb er beim ThSV und wechselte in die Festanstellung.
Privat sucht er den Gegenpol zur Halle am liebsten in den Bergen. Wandern, Radfahren, Laufen, Schwimmen. Vielleicht irgendwann auch die langen Triathlon-Distanzen.
Seinen größten Erfolg beschreibt Fischer nicht mit einer persönlichen Auszeichnung. Er nennt den wiederholten Klassenerhalt des ThSV. Einen Erfolg des ganzen Vereins.
Auch das erzählt ziemlich viel über ihn. Erik Fischer möchte nicht unbedingt derjenige sein, der das entscheidende Tor wirft. Er möchte dafür sorgen, dass es jemand werfen kann – und die legendäre Werner-Aßmann-Halle in Ekstase ausbricht.

